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Robeco: "Schluss mit dem Gejammer über die US-Zinsstrukturkurve!"

„Befürchtungen, dass eine invertierte Zinsstrukturkurve in den USA eine Rezession ankündigt, sind völlig unangebracht“. Davon ist Lukas Daalder überzeugt.

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Lukas Daalder, Chefanlagestratege von Robeco
© Robeco

Zwar sei seit Mitte der 1970er Jahre allen Rezessionen eine Phase mit umgekehrter Zinsstrukturkurve vorausgegangen, bei der die Rendite zehnjähriger Papiere niedriger war als die zweijähriger Anleihen. „Doch für mich sprechen mehrere Gründe dafür, dass das ganze Thema um eine kurz bevorstehende Rezession völlig übertrieben ist“, so der Chefanlagestratege von Robeco. 

Eine Frage der Betrachtungsweise

Erweitert man das Zeitfenster – zum Beispiel durch einen Wechsel von der Rendite zweijähriger Schatzanleihen zu einem Drei-Monats-Zinssatz – folgte auf eine umgekehrte Zinsstrukturkurve nicht zwingend eine Rezession. „Es ist somit klar, dass die Zinsstrukturkurve nicht immer als zuverlässiges Frühwarnsystem fungiert hat. Und es ist fraglich, ob sie in den heutigen Zeiten der Zentralbankinterventionen an den Anleihemärkten immer noch dasselbe Prognosepotential wie zuvor hat“, erklärt der Robeco-Stratege. Was hinzu kommt: In den USA zeigen sich bei Verwendung von zweijährigen Anleihen oder Drei-Monats-Zinssätzen am kurzen Ende überhaupt keine Anzeichen für eine umgekehrte Zinsstrukturkurve.

Invertierte Zinskurve kein zwingender Rezessions-Vorbote in 2018

Doch selbst wenn es letztendlich zu einer Invertierung der Zinsstrukturkurve käme, bedeutet dies für Daalder keineswegs, dass eine Rezession vor der Tür steht. Denn historisch betrachtet habe es immer weitere 18 Monate gedauert, bis die Rezession einsetzte. „Angesichts der Tatsache, dass die Aktienkurse üblicherweise vier Monate vor einer Rezession zu sinken beginnen, wird klar, dass dies kein besonders zuverlässiges Verkaufssignal ist – jedenfalls jetzt nicht“, analysiert Daalder. (kb)

 

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