Das Fachmagazin für institutionelle Investoren

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:
Ad

Weltwirtschaft am Wendepunkt?

Welche Ereignisse werden die globale Expansion voraussichtlich unterbrechen, und wie können sich die Anleger darauf vorbereiten? Lesen Sie unsere Analyse der weltweiten Wirtschaft und Märkte für die nächsten drei bis fünf Jahre.

Anzeige
| Märkte
twitterlinkedInXING

Liste der Pessimisten wird immer länger: Killt Risk Parity die Hausse?

Nun reiht sich dort auch Paul Tudor Jones in die Liste der Wall Street-Pessimisten ein. Der legendäre Macro-Trader managt den 10 Milliarden US-Dollar schweren Tudor Investment Hedge Fund. Er rät Janet Yellen, sich vor den hohen Aktienbewertungen infolge der Niedrigzinsen ordentlich zu fürchten.

tudor_jones_paul_klein_quer.jpg
Paul Tudor Jones erwartet einen dramatischen Kursverfall bei Aktien.

Die für lange Zeit herrschenden niedrigen Zinsen hätten die Aktienbewertungen in luftige Höhen getrieben, die man seit dem Jahr 2000, bevor die NASDAQ dann über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahren um 75 Prozent eingebrochen sei, nicht mehr gesehen habe. Janet Yellen kann sich also schon einmal warm anziehen, geht es nach Paul Tudor Jones. 

Tudor ist nicht alleine

Der Chor jener, die das Baisselied anstimmen, wird immer größer. Guggenheim-Partner Scott Minerd meinte, er erwarte eine signifikante Korrektur in diesem Sommer oder im Frühherbst, wobei ein potentieller Auslöser Trumps Probleme bei der Umsetzung seiner Steuersenkungspläne sei könnte, aber auch geopolitische Risken könnten als Trigger fungieren.

Philip Yang, ein Macro-Manager, der Willowbridge Associates seit 1988 führt, sieht einen Aktienmarktrückgang zwischen 20 und 40 Prozent voraus, wobei als Auslöser eine deutliche Wachstumsverlangsamung in China oder ein deutlicher als erwartet ausfallender Inflationsanstieg fungieren könnte. Letzterer würde nämlich zu größeren Zinserhöhungsschritten in den USA führen. 

Seth Klarman wiederum, der die 30 Milliarden US-Dollar schwere Baupost Group führt, schrieb Investoren in einem Brief letzte Woche, dass die Unternehmensinsider bei den Verkäufen der Aktien ihrer Unternehmen aufs Gas steigen. Für Klarman ist das ein Indiz, dass die Aktien-Bewertungen ausgereizt sind.

BlackRock-CEO Larry Fink, dessen Firma 5,4 Billionen US-Dollar verwaltet, wovon die meisten Produkte auf steigende Märkte setzen, meinte diese Woche, er können sich einen Aktienkurs-Rückgang von 5 bis 10 Prozent vorstellen, sollten die Unternehmensgewinne enttäuschen.

Ein unbekannt bleiben wollender Hedgefonds-Manager mit Assets im Milliardenbereich, meinte kürzlich, die steigenden Zinsen würde die Anzahl der Firmen, die Geld borgten, um Dividenden zu zahlen oder Aktien rückzukaufen, reduzieren. Ungefähr 30 Prozent des Anstiegs im S&P 500 seit dem 3. Quartal 2009 wurde von Share Buybacks angetrieben, zeigen Bloomberg-Daten. Der unerkannt bleiben Wollende shortet den US-Markt und erwartet diese Jahr eine bis zu 10 Prozent starke Korrektur.

Auch Milliardär Leon Cooperman, lange Zeit im Bullenlager und Gründer von Omega Advisors, schrieb an seine Investoren, dass US-Aktien bis August und September auf der Stelle treten könnten, weil das Vertrauen in den Trumpschen Reflationierungs-Trade nachlasse.

Dieser Chart sollte Yellen einheizen

Setzt man den Wert des S&P 500 ins Verhältnis zum BIP der US-Wirtschaft, sollte jedem Zentralbanker schwarz vor Augen werden, meint Paul Tudor Jones anlässlich einer hinter verschlossenen Türen stattfindenden Goldman Sachs Asset Management-(GSAM)-Konferenz, wie Besucher der Veranstaltung wissen ließen. Hier ist das Hoch der Jahrtausendwende erreicht.

Quelle: zerohedge, Bloomberg

Millairdär Tudor Jones sagte aber nicht, wann die Marktumkehr stattfinden beziehungsweise wie heftig sie ausfallen wird. Er verschwieg sich aberncht zu einem möglichen Auslöser der Trendwende.

Killt Risk Parity die Aktien-Hausse?

So wie die Portfolio Insurance 1987 den dramatischen Kursverfall ausgelöst habe, so sei heute die neue Gefahrenzone die Summe von 500 Milliarden US-Dollar, die in Risikoparitäts-Ansätzen stecke. Da die Risk Parity-Fonds dank der niedrigen Aktienmarkt-Volatilität, die kürzlich neue Tiefstände erreicht hat, vermehrt regelkonform die Aktienquote hochgeschraubt haben, glauben Marktteilnehmer wie auch Paul Tudor Jones selbst, dass eine Aufflackern der Aktienvolatilität diese Fonds zwingt, Aktien zu verkaufen, wodurch dann eine Abgabelawine entsteht, die sich aus sich selbst heraus nährt und alles nur noch schlimmer macht. "Risk Parity", sagte Tudor Jones auf der GSAM-Konferenz, " wird der Hammer auf der Downside sein, der die Kurse nach unten prügelt."

Das wäre wohl nicht das erste Mal, bei all den geleveragten Low Vol-Ansätzen, die am Markt sind.... (kb)

 

 

twitterlinkedInXING

News

 Schliessen