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Erste AM: Boom hält an - Aktien weiter kaufenswert

2017 war in vielerlei Hinsicht eine Überraschung: Die Inflation tiefer als erwartet, die Börsen stiegen stärker als angenommen. Erste-AM-Geschäftsführer Heinz Bednar und Chefanlagestratege Gerold Permoser glauben, dass auch 2018 für Investoren ein lohnendes Jahr wird.

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Gerold Permoser, Erste AM: "Wir sehen ein kräftiges Wirtschaftswachstum und gleichzeitig eine gemäßigte Inflation. Das wird auch 2018 für ein gutes Umfeld sorgen." Wichtige Aussagen aus der Präsentation des Chefanlagestrategen im Grafik-Überblick – einfach weiterklicken!
© Erste Asset Management

"2017 lief wesentlich besser als erwartet." So lautet das Fazit von Heinz Bednar, dem Geschäftsführer der Erste Asset Management, und Gerold Permoser, dem Chefanlagestrategen des Fondsanbieters, als sie ihren Rückblick und ihre Prognosen für 2018 vorstellen. Die Erste AM verzeichnet seit Jahresbeginn ein Plus des verwalteten Vermögens von 5,9 Prozent. Die beiden Kapitalmarktexperten erwarten, dass es 2018 so positiv weiter geht.

"Wir sehen ein kräftiges Wirtschaftswachstum und gleichzeitig eine gemäßigte Inflation. Das wird auch 2018 für ein gutes Umfeld sorgen", sagt CIO Permoser. Seiner Ansicht nach war die Situation kaum je besser: Derzeit sind praktisch alle Länder ohne Rezession. "Seit Juni 2009 sehen wir die drittlängste Erholungsphase der Geschichte, und ich bin weiter optimistisch", so Permoser.

Hohe Erwartungen
Die Erwartungen zur Geschäftslage im maßgeblichen deutschen Ifo-Konjunkturbarometer zeigen deutlich auf einen Boom, so Permoser: "Ähnlich ist es in anderen Ländern". Die Arbeitslosenquote in den OECD-Ländern ist seit 2010 von neun auf gut sechs Prozent gesunken. Solche Werte markierten in den vergangenen Jahrzehnten stets Tiefstände. "Auch wenn diese Statistik etwas zu positiv sein könnte, weil viele unfreiwillig in Teilzeit Beschäftigte darunter sind, sieht man dennoch eine deutliche Entspannung", sagt Permoser. Die Kapazitätsauslastung ist analog dazu kräftig gestiegen. "Wir bleiben in der Boomphase. Die Zeichen stehen so, dass man weiter in Aktien und risikoreichere Assets investieren kann".

Gleichzeitig befindet sich die Kerninflation (ohne Energie und Lebensmittel) in allen Regionen unter der angestrebten Marke von zwei Prozent. Die Inflation ist eines der großen Fragezeichen für 2018. In diesem Jahr entwickelte sich die Teuerung ab dem Frühling deutlich schwächer, als es die Annahmen der meisten Analysten und auch der Notenbanker war. Wenn die freien Kapazitäten in der Wirtschaft sich aber erschöpfen, könnte die Inflation anziehen. Permoser geht zwar davon aus, dass die Inflation auch 2018 nur moderat steigt. Aber es bleibe das Risiko, dass die Teuerung nach oben hin überraschen könnte, was die Notenbanken bei den Liquiditäts- oder Zinsschritten unter Druck setzen würde.

Renditen blieben niedrig
Moderat soll auch das Renditeniveau bleiben. Während es normalerweise bei kräftigerem nominalem Wirtschaftwachstum eine entsprechend höhere nominale Rendite bei den zehnjährigen Staatsanleihen gibt, ist damit 2018 trotz guter Konjunktur nicht zu rechnen: Die Zentralbankkäufe verzerren weiter den Markt. Was die EZB und die Bank of Japan kaufen (die Fed hat das Kaufprogramm auslaufen lassen), übersteigt noch immer die Nettoemissionen, so Permoser. "Dieses Verhältnis wird erst 2019 kippen", sagt er.

Krisen werden weniger und kürzer
Zuversichtlich stimmt ihn abseits der ökonomischen Voraussetzungen auch die Informationsgrundlage, auf die die Notenbanken heute ihre Arbeit aufbauen. Permoser zufolge werden die US-Krisen seit 1936 immer seltener und immer kürzer (siehe Grafik in der Bilderstrecke oben). Auch Expansionsphasen wie die aktuelle ließen sich heute zunehmend besser managen, gab er sich überzeugt.

"1936 ist für Wirtschaftswissenschafter ein historisches Datum, weil Keynes in diesem Jahr seine 'General Theory' präsentierte. Seitdem haben die Notenbanken Instrumente, um die Wirtschaft besser analysieren zu können. Man hat die Situation zunehmend umfassender im Griff. Denken Sie außerdem an 'Big Data'. Man kann das Verhalten in bestimmten Phasen viel besser timen", so Permoser. Die "General Theory of Employment, Interest and Money" des britischen Ökonomen John Maynard Keynes gilt als Standardwerk in den Wirtschaftswissenschaften.

"Risiko hat sich ausgezahlt"
Seit Jahresbeginn liegen nahezu alle Anlagesegmente bei der Wertentwicklung im Plus. Die Schwellenländeraktien nehmen mit einer Aufwertung von fast 30 Prozent die Topposition ein. Die Aktien entwickelter Märkte legten um rund 16 Prozent zu. "Die Segmente mit der höchsten Volatilität haben tendenziell am meisten zugelegt. Risiko hat sich ausgezahlt", sagt Bednar. Am Anleihensektor liegen die Staatsanleihen der Schwellenländer in Hartwährung mit einem Plus von 7,8 Prozent deutlich vor den Hochzinsanleihen in Europa, wo es knapp sieben Prozent nach oben ging. Auch alternative Investments zeigen mit einem Wertzuwachs von 5,3 Prozent, dass etwas mehr Risiko belohnt wurde. Zum Vergleich: US-Unternehmensanleihen brachten 4,2 Prozent ein.

Aktienfonds und offensive Anleihenfonds verzeichneten naturgemäß auch innerhalb des Erste-AM-Angebots den meisten Ertrag. Die stärksten Zuwächse gab es bei Technologie-, Schwellenländer- und mit Österreichaktien. Die Fonds Espa Stock Techno, Stock Vienna und Stock Global Emerging Markets lieferten je über 20 Prozent Performance.

Ostfantasie und Finanzunternehmen
Der österreichische Aktienmarkt profitierte von der Wiederkehr der Ostfantasie. Dem Leitindex ATX, in dem die Finanzwerte ein starkes Gewicht haben, dürfte es außerdem 2018 weiter gut gehen. Finanzwerte stünden aufgrund der Kapitalmaßnahmen der vergangenen Jahren und der guten Wirtschaftslage sehr gut da, "in Österreich so wie in Europa", sagt Permoser. Man könne hier auch auf der Anleihenseite weit in die Risikostruktur hineingehen. Allerdings nur in die gesunden Institute, nicht in Problemfälle.

Die Erste Asset Management verwaltete per Ende Oktober 61,2 Milliarden Euro. Das ist gegenüber dem Jahresultimo 2016 ein Plus von 5,9 Prozent. Das Wachstum kommt in Osteuropa sehr stark aus Zuflüssen. Vor allem der zweitgrößte Erste-AM-Markt Tschechien entwickelt sich mit einem Vermögenszuwachs von rund elf Prozent sehr kräftig. In Österreich kommt der Zuwachs (gut 7,3 Prozent) ungefähr je zur Hälfte aus Zuflüssen und aus Wertzuwächsen. Die Erste AM ist mit Standorten in Österreich, Deutschland, Kroatien, Rumänien, Slowakei, Tschechien und Ungarn vertreten. (eml)

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