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BIP-Zahlen zeigen: Japans Wirtschaft läuft auf Hochtouren

Wie allerseits vermutet, hatte die japanische Wirtschaft einen hervorragenden Start in das Jahr 2017. Das BIP-Wachstum im I. Quartal betrug +0,5 Prozent Q/Q s.b. (beziehungsweise +2,2 Prozent annualisiert). Damit fügt sich auch Japan in das Bild einer global dynamischeren Konjunktur.

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"Die japanische Wirtschaft wird dabei von den Exporten mit einem Wachstumsbeitrag von 0,1 Prozent unterstützt", schreibt NORD/LB-Analyst Dr. Stefan Große in seiner Einschätzung der Lage. "Der private Konsum leistete den Hauptbeitrag zu dem guten Ergebnis mit einer Quartalsveränderungsrate von +0,4 Prozent. Die Investitionen haben sich leicht verbessert."

Wachstum oberhalb des Potentialpfades

Dieses sollte damit auch entsprechende inflationäre Tendenzen mit sich bringen. Das seien gute Nachrichten für die japanische Notenbank, deren Inflationsziel ja noch lange nicht erfüllt sei, so Dr. Große weiter. Die Produzentenpreise im April überraschten zuletzt mit einem Anstieg +0,2 Prozent M/M beziehungsweise 2,1 Prozent Y/Y, das unterstütze die Vermutung über anziehende Preise. 

Wie geht es nun weiter?

Tankan und die Statistik der Industrieproduktion unterstützen eine eher optimistische Einschätzung, zumindest im April und Juni sollte ein hohes Momentum vorhanden sein. Große: "Auch einzelne Frühindikatoren wie die Aufträge für die Werkzeugmaschinenbauer deuten auf eine anhaltende Dynamik für die japanische Wirtschaft. Allerdings gibt es leichte Bremsspuren beim wichtigsten Handelspartner, der Volksrepublik China. Diese mögen vielleicht einmalige Ausrutscher sein, mahnen allerdings dennoch vor zu großem Optimismus hinsichtlich des Wachstumspotenzials. Ohnehin wird es schwer, das aktuelle Tempo aufrecht zu erhalten, daher rechnen wir im 2. Halbjahr mit einer moderateren Entwicklung des BIP. Am aktuellen Rand ist unsere Hauptsorge, dass die Lohndynamik – trotz der Auslastung – nicht hoch genug ist, um den Konsum auf dem aktuellen Pfad zu halten."

Mittelfristig könnte sich immer noch die USA als Störfaktor erweisen

Nach wie vor sei nicht klar, ob und wie Donald Trump den globalen Außenhandel stören werde oder die geopolitische Verspannung weiter anheize, um von innenpolitischen Problemen abzulenken. Der Yen reagierte kaum auf die Veröffentlichung. Die japanische Währung wertete zuletzt etwas auf, wegen der innenpolitischen Unsicherheit in den Vereinigten Staaten, wo der Präsident wieder unter stärkerem Beschuss ist. Die Aktienmärkte legten leicht zu.

Fazit

Die japanische Wirtschaft läuft im 1. Quartal auf Hochtouren, vor allem dank ausgabefreudiger Verbraucher und einer hohen Exportnachfrage. Auch die Vorgaben für das laufende Quartal sehen sehr gut aus. Es werde allerdings schwer werden, im zweiten Halbjahr das hohe Tempo oberhalb des Potenzialpfades aufrecht zu erhalten, meint Analyst Große. (kb)

 

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