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Warum uns der Sektor „nicht-basiskonsumgüter“ in Europa gefällt

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Der Indikator für das Verbrauchervertrauen in der Eurozone zeigt zunehmenden Optimismus. Gleichzeitig steigen auch die Reallöhne, und die Kreditaufnahme von Haushalten. Von diesem Trend dürfte der Sektor Nicht-Basiskonsumgüter kurzfristig profitieren.

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Ausverkauf an Europas Rentenmärkten: Zwingt Trump die EZB zum Handeln?

Da staunten Marktauguren, Investoren, Eliten und Politgrößen nicht schlecht: Trump hat das Rennen gemacht. Mehr noch: Statt einer Flucht in sichere Häfen wie zum Beispiel Bundesanleihen tobt seitdem ein Ausverkauf an den europäischen Rentenmärkten. Die Negativzinslandschaft wird seither ausgedünnt.

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© Fotolia

Waren die Renditen in Deutschland Anfang Oktober noch negativ bis in das zehnjährige Band hinein, wendete sich das Blatt bereits kurz vor der Wahl, als viele noch dachten, Hillary Clinton würde das Rennen für sich entscheiden, berichten die Analysten der NordLB in der neuesten Ausgabe der "Covered Bond & SSA View". 

Während sich Bundesanleihen bis zu siebenjähriger Laufzeit Anfang Oktober nicht einmal für das Ankaufprogramm der EZB qualifiziert haben, war das Segment ab fünf Jahre am Montag bereits wieder ankaufbar und ab acht Jahren Laufzeit sogar positiv. Es begann zudem die längste Talfahrt beim Bund Future seit Mai 2015. Selbst die Rendite 30-jähriger Titel überstieg kurzfristig die Ein-Prozent-Marke.

Wie sich das Bild wandelt

Das Bild zieht sich quer durch die Bank an den Rentenmärkten innerhalb der Eurozone: Italiens Renditestrukturkurve ist ab zwei Jahre im positiven Bereich. Zudem übersprang die Rendite im zehnjährigen Segment erst die Zeri-Prozent-Marke, um im weiteren Verlauf sogar bis auf 2,23 Prozent anzusteigen. Hier spielen neben Spekulanten auch die Risiken des bevorstehenden Referendums mit hinein. Auch französische Renditen zogen spürbar an, da ein Hardliner wie Trump im Nachbarland 2017 ebenfalls zur Wahl steht – Marine Le Pen. Das französische Parlament hat ein Amtsenthebungsverfahren gegen den amtierenden Präsidenten Francois Hollande eingeleitet. Sein Rücktritt ist aber nicht das Kernziel der französischen Opposition. Trotz der scheinbaren Unzufriedenheit mit dem derzeitigen Präsidenten – 85 Prozent der Franzosen sind gegen ihn; niedrigstes Rating aller bisherigen französischen Präsidenten – hat das Verfahren wenig Chance auf Erfolg. Unruhige Zeiten für Monsieur Hollande trotz Mehrheit im Parlament sind vorprogrammiert.

EZB unter Zugzwang?

Auch ohne die plötzliche Wendung in der US-Präsidentschaftswahl hätten alle Investoren (und Emittenten) auf den 08.12. geblickt, meinen die NordLB-Experten im Research, denn das ist der Tag der letzten EZB-Sitzung 2016. Nach dem bisherigen Ausbleiben klarer Ansagen bezüglich Verlängerung, Aufweichung oder gar Tapering waren sich die meisten Akteure sicher, dass die EZB würde handeln müssen. Bisher kommunizierte Mario Draghi klar, das Gremium und er seien sehr zufrieden mit der Wirksamkeit des EAPP. Niemand wisse, wo die Renditen heute sonst stünden. Doch trotz der monatlich 80 Milliarden Euro kam es zu besagtem Renditeanstieg, die Teile des bisherigen Bemühens der EZB zunichtemachen.

Knappheitsdebatte abrupt beendet, aber sinkenden Zinstrend konterkariert

Einerseits endet so die Knappheitsdebatte abrupt ohne weiteres Zutun der EZB respektive abermaliges Aufweichen der Ankaufregeln (ISIN-Erhöhung Limit, Abschaffen des Einlagesatzes als untere Grenze, Loslösung vom Kapitalschlüssel usw.). Andererseits sind die nun höheren Renditen Gift für viele Volkswirtschaften mit Blick auf die Refinanzierung. Als wäre dies noch nicht genug geldpolitische Unsicherheit, entscheidet sechs Tage später die FED, ob sie den eingeschlagenen Kurs der Zinserhöhung im Dezember beibehält.

Fazit: EZB durch Trump neutralisiert

Der sogenannte "Trump-Effekt" scheint derzeit innerhalb weniger Tage die Handlungen der EZB der letzten Monate zu neutralisieren. Darauf deutet zumindest ein Ausverkauf an den europäischen Rentenmärkten hin. Dieser konnte am Dienstag vorerst gestoppt werden, ging damnn aber Mittwochs weiter. Fraglich sei, meinen die NordLB-Analysten, ob und wie die EZB auf ihrer Sitzung am 08.12. agieren werde. Aufgrund der gestiegenen Renditen endete immerhin die Knappheitsdebatte abrupt. Das Renditeniveau habe quer durch Europa spürbar angezogen. Hinzu kämen politische Risiken in Italien durch das Referendum und in Frankreich durch die Wahl im April 2017. Die Rentenmärkte sortieren sich derzeit also neu. (kb)

 

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