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Wider den Nanny- und Gouvernanten-Staat, für die Freiheit (Kommentar)

Trump, der Party-Crasher: So gemütlich hatten es sich die globalistischen und vor Political Correctness triefenden, moralisierenden Bedenkenträger, von den USA unter Obama ausgehend, auf der ganzen Welt eingerichtet, und jetzt ist das mühsam zurechtgezimmerte, schöne Weltbild auf einmal in Gefahr.

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Verkommt PC etwa jetzt zur Marginalie, sind etwa Subventionen gefährdet? „Wir sind die Guten, die anderen die Bösen“, ist zu kurz gedacht. Wissenschaftler, die das Global Warming, finanziert mit Stiftungs- und öffentlichen Geldern, predigen, Politiker, die daran vorbehaltlos glauben, ihr Heil in den Vereinigten Staaten von Europa suchen und an der Demontage der Nationalstaaten und ihrer Grenzen arbeiten, Tierschützer, die den Fleischkonsum als Quell allen Übels darstellen und uns zum Heuschreckenessen vergewaltigen möchten, Umweltauflagen, die Investitionen in Europa zunehmend erschweren oder gar verunmöglichen, Staaten, die immer mehr Aufgaben an sich ziehen und dabei Steuerwüsten produzieren – sie alle haben auf einmal - Trump sei Dank - 2017 Angst vor Gegenwind und leiden unter Schlafstörungen.

Angst vor der Alternative zur alternativlosen EU

Dazu kommt in Europa die Angst vor einem Großbritannien außerhalb der EU, das vorzeigt, dass weniger Staat und mehr Freiheit, verbunden mit attraktiven Steuersätzen, die angebliche Alternativlosigkeit der EU ad absurdum führt. Was Brüssel in letzter Zeit gebar, lief auf Einschränkung der Freiheitsgrade des einzelnen Bürgers hinaus. Am Ende soll wohl eine Art von „Weltregierung“ stehen, die wie ein strenge Gouvernante den einzelnen bis in die persönliche Lebensführung hinein Vorschriften macht, was zu denken, zu essen, zu trinken und wie zu agieren ist, ja welcher Sprache man sich zu befleißigen hat. Politisch korrekter Neusprech, dem die Nuancierung fehlt, um ja keiner laut schreienden Minderheit auf den Schlips zu treten, tritt an die Stelle des klaren Wortes. George Orwell lässt grüßen. Andere werden sagen, wir steuern auf einen neuen kommunistischen Totalitarismus zu.

 Asset Management-Branche spielt mit

Sie wittert - regulariengetrieben - neue Geschäfts- und Renditechancen und will dem nun zumindest ein wenig ins Wanken gekommenen Zeitgeist und dessen Propagandisten gefallen. Decarbonisation, Investments in Erneuerbare Energien oder der Verzicht auf Tabakaktien in den Portfolios sind Beispiele dafür. Apropos Erneuerbare Energien: Die wenigsten beschäftigen sich mit den Mühen der Ebene, sonst wüssten sie etwa, dass das Abwracken von Solarpanelen mit giftigen Schwermetallen wie Cadmium kostenintensiv ist und der kalte Winter mit Schnee und Eis zum Abschalten von Windrädern zwingt, da die Gefahr von Eiswurf besteht. Auch Photovoltaik lässt bei einer Schneedecke aus. Die viel gescholtenen kalorischen Kraftwerke müssen es dann wieder einmal richten.

Das erfährt man aber nicht in elitären Zirkeln, sondern wenn man mit Mitarbeitern von Energiekonzernen spricht. Ohne konventionelle Energie wird es wohl nicht gehen. Ein wenig mehr Bodenhaftung statt der Produktion von gutmenschlichen Luftblasen ist den Protagonisten der Energiewende angeraten.

Gibt es noch Anlagefreiheit?

Ähnliches gilt bei Tabakaktien: Auf sie zu verzichten, kostete Milliarden an Ertrag. CalPERS etwa verzichtete vor 15 Jahren auf Tabakinvestments und beziffert die aufgelaufene Ertragseinbuße auf satte drei Milliarden Dollar, der norwegische Staatsfonds die seine auf zwei Milliarden Dollar, nachzulesen im Institutional Investor.

Political Correctness und gouvernantenhaftes Verhalten kostet Geld – aber nicht das eigene, sondern das der Schutzbefohlenen, für die man als Treuhänder agiert. Dafür fühlt man sich dann besser - zu Lasten Dritter. Hat man die angehenden Pensionäre eigentlich gefragt, ob sie weniger Rendite mit PC oder mehr Rendite ohne PC wollen? Wohl nicht, denn sonst müsste man befürchten, dass das Ergebnis aus der politisch korrekten Komfortzone führt. Nun hofft man und betet für eine schwache künftige Performance der Tabaktitel.

Wann wird man eigentlich Stahl- und Auto-Investments verbieten, weil daraus Messer und Fahrzeuge gemacht werden, mit denen Menschen zu Tode kommen können? Wo beginnt PC und wo hört sie auf? Auch Anlagefreiheit, nämlich jene Anlagen auszuwählen, die man abseits des verordneten Zeitgeists für richtig hält, ohne sanktioniert zu werden, ist ein hohes Gut und sollte verteidigt werden.

Spiegelbild Davos

Selbsternannte oder herbeigeschriebene „Eliten“, die die Gängelung von Produzenten und Konsumenten perfektionieren - man will ja nur das Beste für alle Menschen, nicht für das eigene Volk - sind nun angesichts von Trump und Brexit ratlos – und reagieren bis dato trotzig. In Europa scheint sich eine „Jetzt erst recht“-Haltung in der Politik breitzumachen, es wird wieder von Alternativlosigkeit gefaselt. Wo käme man denn hin, wenn das UK etwa ein lebenswertes Leben mit mehr Freiheiten und damit ein Leben nach der ach so alternativlosen EU böte. Schließlich wisse die Politik ja selbst hundertmal besser als das tumbe Volk, was gut und richtig wäre. Die Bürger holt man mit dieser Haltung jedenfalls nicht ab, wundert sich aber über deren Undankbarkeit im Wahlverhalten und überlegt sich flugs neue, die Freiheit einschränkende Zensur und andere Überwachungsmaßnahmen.

Denkverbote sind kontraproduktiv

Wenn der Wind aus den USA jetzt aus einer anderen Richtung weht, wäre das Grund genug, in Europa seine eigenen Positionen zu überdenken. Ist die staatliche Zwangswirtschaft, abzulesen am hohen Staatsanteil des BIP, wirklich ohne Alternative? Wohl kaum. Der Politik sei ins Stammbuch geschrieben: Der Bürger hat das Recht, nicht fortwährend gegängelt zu werden, weil sich das bestimmte elitäre Kreise so wünschen. Er hat auch die Freiheit, sich beispielsweise mit Tabakkonsum zu ruinieren, genauso wie er das Recht und die Freiheit besitzt, Regierungen, die andere Interessen vertreten, in die Wüste zu schicken, ob das den Globalisten und ihren Helferleins nun gefällt oder nicht. (kb) 

 

 

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