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2/2017 | Produkte & Strategien
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Überraschend gutes Jahr

Gemessen am verwalteten Vermögen der Investmentbranche verlief das Finanzjahr 2016 trotz einiger völlig unerwarteter geopolitischer Ereignisse erstaunlich positiv.

Das Kalenderjahr 2016 geizte nicht mit außer­ordentlichen Ereignissen. Die Schlagworte „Brexit“ und „Trump“ werden noch sehr lange im kollektiven Gedächtnis haften bleiben. Wie sich die Kapitalmärkte im Vorjahr entwickelt haben, wird hingegen schon sehr bald in Vergessenheit geraten, und wahrscheinlich wissen schon heute sehr viele Menschen nicht mehr, wie die Nettobilanz am Jahresende aussah. Eine Gruppe wird 2016 aber wohl in guter Erinnerung behalten: die Asset-Management-Branche. Das von ihr verwaltete Vermögen legte nämlich im Jahresvergleich zu, und das hätte nach den hässlichen Kursverlusten im Januar des Vorjahres sowie den eingangs erwähnten „schwarzen Schwänen“ auch ganz anders ausgehen können. Insbesondere die zweite Jahreshälfte, über die wir an dieser Stelle berichten, bescherte den Vermögensverwaltern Zuwächse bei den Assets ­under Management (AuM).


Giganten unter sich
Was die Reihung der Fondsanbieter im Ranking von Institutional Money betrifft, blieben große Überraschungen im Vorjahr übrigens aus. BlackRock beendet auch das zweite Halbjahr 2016 auf Platz eins der Reihung und verwaltete per Stichtag 31. 12.


2016 dank eines zweistelligen prozentualen Volumenszuwachses per Jahreswechsel fast 4,9 Billionen Euro. Auf Platz zwei liegt der Indexfondsspezialist Vanguard, der seine Assets ebenfalls um 20 Prozent auf rund 3,8 Billionen Euro steigern konnte. Ein Teil des Zuwachses (rund fünf Prozentpunkte) gehen allerdings auf das Konto des etwas härteren US-Dollars. Laut Nick ­Blake, Head of Product Europe, profitierte die US-Gesellschaft einmal mehr vom Bestreben, Investoren hochwertigen Service sowie kostengünstige Fonds anzubieten: „2016 sahen wir einen breiten Zufluss quer über alle Kundengruppen und Anlageklassen sowohl was aktive als auch passive Investment­strategien angeht.“ Zukünftig könnten auch mehr Gelder von deutschen und österrei­chischen Investoren darunter sein, denn Vanguard ist gerade dabei, Vertriebskapa­zitäten für diese beiden Märkte aufzubauen, um in der Folge weitere Marktanteile zu ­gewinnen.


Etwas weiter, zumindest was den deutschen Markt anbelangt, sind die seit vielen Jahren vor Ort vertretene State Street Global Advisors (SSGA), die im Ranking Platz drei belegen. „Starke Zuflüsse bei SPDR ETFs, die Akquisition von GE Asset Management und die positive Marktentwicklung machten 2016 zu einem guten Jahr“, erklärte Axel Riedel, Head of SPDR ETFs Germany bei SSGA in Frankfurt, auf Anfrage von Institutional Money. Allein die erstmalige Konsolidierung von GE Asset Management brachte SSGA mehr als 100 Milliarden Euro an zusätzlichen Assets under Management. „Unterstützt wurde dies durch eine positive Marktentwicklung ­insbesondere im Nachgang zu den US-Wahlen.“ Auf den Folgeplätzen im ersten Clus­ter, in dem wir alle Asset Manager mit mehr als 100 Milliarden Euro an verwal­teten Geldern listen, liegen bekannte Namen wie ­Fidelity, BNY Mellon, Capital Group und Pimco, die den durch Bills Gross’ ­Abgang (mit)verursachten „Durchhänger“ offenbar endgültig überwunden und per Stichtag J.P. Morgan AM im Ranking wieder überholt haben. Gute Zahlen lieferten auch Goldman Sachs AM und AXA Investment Managers. Die Franzosen profitierten von massiven Zuflüssen in China, wo man einerseits unter anderem ein Joint Venture mit der SPDB Group einging und ande­rerseits auch eine lokale Gesellschaft in
der Rechtsform eines „WFOE“ (Wholly ­Foreign-Owned Enterprise) gründete, um Fonds vor Ort direkt an Investoren vertreiben zu können. AXA IM ist bereits seit 1998 im Pazifikraum mit zahlreichen Niederlassungen vertreten und betreibt mittlerweile einige Joint Ventures. Das lohnte sich laut Uwe Diehl, Geschäftsführer von AXA IM Deutschland, vor allem im zweiten Halbjahr 2016: „Die Joint Ventures lieferten einen sehr starken Beitrag zu den eingesammelten Neugeldern.“ Derzeit hat AXA IM Südkorea im Visier, wo ein Büro eröffnet und marktkundiges Vertriebspersonal verpflichtet wurden.


Der aktuelle Trend in Richtung „Alternative Investments“ kam der Affiliated Managers Group (AMG) zugute. „Einer der wichtigsten Treiber unseres organischen Wachstums der vergangenen Jahre war unsere strategische Fokussierung auf das Geschäftsfeld Alternative Investments und die Entscheidung, dort zu expandieren“, sagt Hugh Cutler, Executive Vice President und Head of Global Distribution bei AMG. „Aufgrund des Einstiegs in immer neue ­Investmentboutiquen im Lauf der Zeit sowie hochwertiger Produktentwicklungen unserer bestehenden Töchter ist AMG heute einer der größten Alternatives-Manager in der Branche.“ Die Investorennachfrage nach Value und Dividendenstrategien nutzte auch Federated: Nach Auskunft von Präsident und CEO J. Christopher Donahue konnte Federated den Aktienfondsabsatz 2016 im Vergleich zu 2015 mehr als verdoppeln, wobei insbesondere die hauseigenen Strategien auf Value- und Dividendenaktien auf große Anlegerresonanz stießen. Auf der Rentenseite wiederum verkauften sich jene Produkte gut, die auch in Zeiten steigender Zinsen interessante Renditen bringen, beispielsweise Fonds mit einer sehr kurzen Anleihenduration oder Anlageuniversen wie High Yield Bonds und Floating Rate Notes.
„Wir haben große Nachfrage nach einer Reihe von Assetklassen gesehen, beispielhaft sind hier zu nennen: Private Equity & Credit, Emerging Market Debt, Global ­Fixed Income und Absolute-Return-Strategien“, begründet Christian Puschmann, ­Managing Director und Head of Client Coverage Germany & Austria bei Neuberger Berman, den weltweiten Vermögensanstieg seines Hauses per Ende 2016. Puschmann möchte offenbar die Schlagzahl in seinem Verantwortungsbereich weiter erhöhen: „In Deutschland haben wir vor Kurzem unser Team erweitert und bieten Fonds an, die ­unter anderem gut zu den Bedürfnissen von VAG-regulierten Investoren passen und ­ihnen Zugang zu Investitionsmöglichkeiten wie beispielsweise Corporate Hybrids, Loans, Short Duration Emerging Market Debt, Multi Sector Credit und alternativen Risikoprämien ermöglichen.“ Drei Asset Manager schafften zum Stichtag den Aufstieg vom zweiten in den ersten Cluster: Investec ­Asset Management, Danske Capital und Candriam, die viele Investoren vielleicht noch als „Dexia Asset Management“ in ­Erinnerung haben. Neben Kurssteigerungen bereits bestehender Wertpapiere verzeichnete die Tochter von New York Life Investment auch Nettomittelzuflüsse in Höhe von 5,5 Milliarden Euro, wobei insbesondere Inves­toren in Frankreich, Belgien, Spanien, Schweiz und Italien Positionen eingingen. „Candriams Erfolg im institutionellen Geschäft war außergewöhnlich – mit großen Mandatsauflagen nach gewonnenen Ausschreibungen für den größten französischen Pensionsfonds FRR sowie den größten italienischen Pensionsfonds Cometa“, erklärt Deutschlandchef Achim Gilbert auf Anfrage. „Auch in Deutschland erzielte Candriam große Erfolge bei Spezialfondsmandaten im High-Yield-Bereich. Candriam zählt damit europaweit zu den Top Ten der europäischen Asset Manager bei Mandatsauflagen.“ Einen kleinen Wermutstropfen gab es jedoch laut Gilbert im Geschäft mit Privatkunden. „Der deutliche Rückgang im Segment Retail ist eine direkte Konsequenz der MiFID-II-Regulierung, die auch zum Wechsel von Anlegern aus Retail- in institutionelle Anteilsscheinklassen geführt hat.“


Abgestiegen in den zweiten Cluster, in dem alle Gesellschaften mit einem Vermögen zwischen zehn und 100 Milliarden Euro gelistet werden, ist kein Asset Manager. Bei einigen bekannten Namen stehen die Zeichen jedoch auf Abschied: UniCredits Vermögensverwaltungstochter Pioneer Investments hat nach einem mehrjährigen Verkaufsprozess mit Amundi schlussendlich doch einen Käufer gefunden, der bereit war, den von UniCredit geforderten Kaufpreis in Höhe von mehr als vier Milliarden Euro zu bezahlen. Der ursprüngliche Deal mit San­tander ist geplatzt, weil die Aufsichtsbehörden Bedenken anmeldeten.


Ein interessierter Käufer wäre auch Aberdeen Asset Management gewesen. CEO Martin Gilbert war der Kaufpreis jedoch zu hoch, sodass er nunmehr mit Standard Life fusioniert. Zieltermin dafür ist August 2017, die neue börsennotierte Holding wird unter „Standard Life Aberdeen plc.“ firmieren, und zur Hebung von Synergien wird rund jeder elfter Mitarbeiter beider Unternehmen gekündigt. Die Vermögensverwaltungs­sparten von Aberdeen und Standard Life werden in einem gemeinsamen Teilkonzern zusammengeführt. Die Holdinggesellschaft des gemeinsamen Teilkonzerns wird „Aberdeen Standard Life Investments Limited“ heißen.


Breites Mittelfeld
An der Spitze des zweiten Clusters, in dem erstmals OFI Asset Management aus Frankreich und die kanadische Fiera Capital, welche Charlemagne Capital übernahm, auftauchen, liegt Vontobel Asset Management. Dort blickt man auf ein ereignisreiches 2016 zurück. Einerseits schlug der Abgang des langjährigen, auf Emerging-Markets-Aktien spezialisierten Starfondsmanagers und CIOs Rajiv Jain ins Kontor: Er hat in den USA die Investmentboutique GQG Partners gegründet, und zum Leidwesen seines nunmehrigen Ex-Arbeitgebers sind ihm viele Investoren mit ihren Geldern gefolgt. Auf der Habenseite steht bei Vontobel AM die Übernahme und Eingliederung der Schweizer Raiffeisen-Tochter Vescore in den hauseigenen Boutiquenkranz, von der wir uns nach einer kurzen, aber überaus bewegten Vergangenheit – Stichwort „US-Fiskus vs. Wegelin“ – in dieser Form im Ranking verabschieden müssen. Die Übernahme Vescores führte auch zu ­einer neuen Vertriebspartnerschaft zwischen Vontobel AM und Raiffeisen, die dem Fondshaus einen dreistelligen Millionenbetrag an Mittelzuflüssen gebracht hat und wohl auch zukünftig Jahr für Jahr bringen wird. Aber auch die vor rund zwei Jahren abgeschlossene Übernahme von TwentyFour Asset Management trägt immer mehr Früchte, da über diese Adresse hauseigene Fixed-Income-Lösungen vertrieben werden. „Durch die Kombination aus guter Performance von Fokusprodukten und der erfolgreichen Integration von gezielten Übernahmen konnten wir gute Zuflüsse verzeichnen“, bestätigt René Weinhold, Sales Head for Germany, um anzufügen: „Die Vertriebsoffensive fokussiert auf die Bereiche kurzlaufende Unternehmensanleihen und Emerging Markets, sowohl auf der Aktien- als auch der Anleihenseite, da wir in diesen Segmenten weiterhin attraktive Anlagechancen und ein ausgeprägtes Kunden­interesse sehen.“


Man Group legt zu
Eine überdurchschnittlich gute Entwicklung bei den für institutionelle Investoren verwalteten Geldern verzeichneten im zweiten Halbjahr Hines, die Man Group und Irish Life Investment Managers. Die Man Group profitiert vom langsam wiedererwachenden Interesse an Managed Futures, von der vor einigen Jahren lancierten Diversifikation in andere Investmentstrategien und insbesondere von der Akquisition von Aalto Invest, einem auf Sachwerte spezialisierten ­Investmenthaus mit Fokus auf Immobilienaktien und Darlehensstrategien. Aalto wird damit ein zentraler Bestandteil der neu ­formierten Einheit „Man Global Private Markets“. „Wir freuen uns sehr über den Abschluss der Übernahme von Aalto. Sie ist ein entscheidender Schritt für die fortlau­fende Diversifikation der Man Group sowie die weitere Entwicklung von Man Global Private Markets, unserer Investmentplattform für private Assetklassen“, kommentiert Luke Ellis, CEO der Man Group.


Metzler Asset Managements Zuwachs von rund acht Milliarden Euro im zweiten Halbjahr rührt zu 75 Prozent aus frischem Geld – sowohl über die Ausweitung bestehender Kundenbeziehungen als auch die Gewinnung neuer Investoren. „Wir konnten in allen Bereichen unseres Portfoliomanagements Bestandsmehrungen verzeichnen, wobei der größte Anteil auf unsere Wert­sicherungsstrategien entfiel – sowohl in Spezial- und Publikumsfonds als auch in Overlay-Strategien bei Master-KVG-Kunden“, erklärt Geschäftsführer Dr. Marco Schulmerich auf unsere Nachfrage. Der Metzler-Mann freut sich auch über neu ­gewonnene Mandate im Geschäftsbereich Metzler Pension Management: „Die Entrichtung laufender Beiträge zu Versorgungsmodellen ebenso wie Dotierungsbeiträge zu den überbetrieblichen Metzler-CTA-Konstruktionen führen zu steigenden Assets under Management. Zudem wirkten sich zwei Mandate überdurchschnittlich aus: Der Metzler Trust e. V. als überbetrieblicher CTA wurde bei der Ausgliederung eines Unternehmensbereichs als Nachfolgetreuhänder mandatiert, und auf die Metzler Pensionsfonds AG – ebenfalls ein überbetrieblich zu nutzender Durchführungsweg – wurden die Pensionsverpflichtungen eines Unternehmens übertragen“, erläutert Schulmerich.


Der im zweiten Halbjahr größere Risikoappetit auf Aktien zeigt sich im Zuwachs bei J O Hambro Capital Management. Sowohl im Geschäft mit Privat- als auch mit institutionellen Kunden wurden die Assets um jeweils etwa zwei Milliarden Euro gesteigert. So konnten die Briten laut Auskunft von ­Annabelle Wegner, Director of European Sales, bei ihrer „Global Opportunities Strategy“ ein sehr großes Segregated-Mandat von einer führenden britischen Vermögensverwaltungsgesellschaft gewinnen. Der entsprechende „Global Opportunities Fund“ konnte seinerseits in beachtenswerten Volumina über Intermediäre bei Privatkunden abgesetzt werden. Hinzu kamen nennenswerte Zuflüsse aus dem US-Geschäft.


Erfolge bei Semper Constantia
Zuflüsse auf breiter Ebene sowohl im ­Privat- als auch im institutionellen Geschäft erzielten Flossbach von Storch und die Semper Constantia Privatbank aus Wien. „Der Zuwachs bei den Assets under Management resultiert primär aus einer Netto-Akquisitionsleistung von rund zwei Milliarden Euro und bestätigt die hohe Akzeptanz unseres Hauses bei bestehenden und neuen Kunden“, sagt CEO und Miteigentümer Bernhard Ramsauer. „Wir haben eine ideale Unternehmensgröße und -struktur. Wir sind groß genug, um jederzeit wichtige Investitionen zu tätigen, aber gleichzeitig auch ­flexibel genug, um unsere Kunden wirklich individuell betreuen zu können.“ Kurz nach Stichtag wurde ein interessanter Expan­sionsschritt gesetzt: Das Bankhaus erwarb 65 Prozent am Beteiligungsunternehmen Gain Capital Participations, das unter anderem über Fonds Direktinvestments in Parkhäuser tätigt. „Die Beteiligung an der Gain Capital stellt für die Semper Constantia Privatbank einen wichtigen Schritt im Rahmen ihrer klaren Expansionsstrategie dar, mit dem wir unsere Kompetenz und unser Produktportfolio um den Bereich Private Equity erweitern.“


Nennenswerte Gelder von institutionellen Investoren erhielten auch die BLI – Banque de Luxembourg Investments und der ETF-Anbieter Source, den jedoch Invesco Power­Shares übernehmen wird. Die bisherigen Source-Eigner Warburg Pincus, Bank of America Merrill Lynch, Goldman Sachs, J.P. Morgan, Morgan Stanley und Nomura waren mit der Entwicklung des ETF-Anbieters nicht zufrieden. Denn das vor rund ­sieben Jahren ausgegebene Ziel, ein großer Player bei ETFs zu werden, wurde bislang nicht erreicht.


Zehn-Milliarden-Euro-Grenze
Lediglich 100 Millionen Euro weniger an Assets im Vergleich zum vorangegangenen Stichtag waren dafür verantwortlich, dass Triuva vom zweiten in den dritten Cluster abstieg, in dem alle Gesellschaften zwischen einer und zehn Milliarden Euro enthalten sind. Auf diesem Level kann in der Tat jedes gewonnene oder verlorene Mandat entscheidend sein, sodass Triuva wohl beim nächsten Mal den Wiederaufstieg schaffen wird.


Bei Doric ist nicht nur der Assetanstieg im zweistelligen Prozentbereich, sondern auch dessen Begründung interessant. Abgesehen von Zuwächsen beim Tochterunternehmen Quadoro basiere die Erhöhung der von Doric verwalteten Assets laut Doric-Geschäftsführerin Sibylle Pähler unter anderem auf einem neuen Flugzeugportfolio, an dem sich institutionelle Investoren über die Emission von klassischen und shariakonformen Anleihen, die am Euro-MTF-Markt der Börse Luxembourg gelistet sind, beteiligten.


Interessant ist auch der fast schon als fulminant zu bezeichnende Aufstieg von Veritas Institutional: Lag das Haus in unserem aller­ersten Ranking 2010 mit etwas mehr als 400 Millionen Euro noch im untersten Cluster, hat man sich mit Riesenschritten auf mittlerweile mehr als sechs Milliarden Euro hochgearbeitet. „Unser Erfolg 2016 fußt auf Risk@Work und der Börsenampel. Die zwei prognosefreien Systeme arbeiten seit Jahren exzellent, und immer mehr institutionelle Investoren nutzen diese einzeln oder in Kombination“, begründet Geschäftsführer Dr. Dirk Rogowski, „Prognosen sind in diesen Zeiten nahezu unmöglich geworden, zu diesem Fazit kommen immer mehr institutionelle Investoren. Wir haben genau die Systeme, die ohne Prognosen arbeiten, die Volatilität reduzieren und trotzdem Performancepotenzial eröffnen.“


Dass es aber auch in die andere Richtung gehen kann, ist bei Lingohr & Partner Asset Management zu sehen. Hatte man vor wenigen Jahren noch mehr als zehn Milliarden Euro an Assets, haben sich diese bis Mitte des Jahres 2016 mehr als gedrittelt. Das ist wohl auch dem zu frühen Ableben von Mastermind Frank Lingohr 2015 geschuldet. Inzwischen scheint aber der Turnaround zu gelingen, die verwalteten Assets nahmen seit längerer Zeit wieder nennenswert zu. Das liegt einerseits am Comeback von ­„Value“, aber auch an guten Anlageergebnissen, die Profianleger sofort hellhörig machen: „Vor dem Hintergrund einer durchschnittlichen Überrendite von zirka vier Prozent gegenüber der jeweiligen Benchmark konnte unser Haus einen beträcht­lichen Zufluss von neuen Assets under Management aus dem institutionellen Bereich verzeichnen“, sagt der geschäftsführende Gesellschafter Michael Broszeit.


Von der Hausse bei Value-Aktien profitierte auch Metropole Gestion. „Gerade im institutionellen Bereich konnten wir hier im vierten Quartal 2016 zulegen“, erklärt die vergangenen März zum Co-Country Head Germany and German speaking European Countries beförderte Tanja Bender.


Value kam auch Shareholder Value Management zugute. Interessanterweise konnte Vorstand und CIO Frank Fischer die von seiner Gesellschaft verwalteten Vermögen um 30 Prozent steigern, obwohl der Flagg­schifffonds „Frankfurter Aktienfonds für Stiftungen“ einem im Frühling 2016 verhängten Soft Closing unterliegt. Das Plus der Gesellschaft erklärt sich einerseits mit Kurssteigerungen bereits eingegangener Positionen sowie Zuflüssen bestehender Fondsinvestoren durch Aufstockungen und Sparpläne. Zusätzlich gab es Zuflüsse bei anderen verwalteten Mandaten und Fonds – beispielsweise beim Fonds PRIMA – Globale Werte oder beim Absolutissimo Value Focus Fund.


Dynamisches Wachstum
Im vierten Cluster, in dem alle Fondsgesellschaften mit verwalteten Geldern zwischen 200 Millionen und einer Milliarde Euro gelistet sind, steht Loys an der Spitze. Lediglich 32 Millionen Euro fehlten zum Stichtag, um in den dritten Cluster aufzusteigen. Ins Auge sticht aktuell die sehr gute Performance des „Loys Global“, der laut Bloomberg im Ein-, Drei- und Fünfjahresfenster im 98. Perzentil seiner Peergroup liegt und dabei von einer starken Gewichtung von Value-Nebenwerten profitiert hat. Nennenswerte Anstiege meldeten QC Partners, die Erstinvestments in ihre Volatilitätsstrategien verzeichneten, sowie die Deutsche Investment Kapitalverwaltungsgesellschaft, die vom Immobilienboom profitiert. „Immobilien in Deutschland sind weiterhin eine sehr gefragte Anlageklasse für institutionelle Anleger“, sagt Geschäftsführer Simon Graf. Für steigende Assets verantwortlich waren 2016 die erfolgreiche Platzierung sowie rasche Investments des hauseigenen Fonds „Deutsche Investment – Wohnen III“. Inzwischen sorgt der neue „Deutsche Investment – Wohnen IV“, der in Wohnimmobilien in Berlin und Hamburg investiert, für neue Flows, zwei große Versicherungen, darunter die Basler, konnten als Investoren gewonnen werden.


Beachtenswerte Anstiege meldeten der Wandelanleihenspezialist Salm-Salm & Partner sowie die französische Finaltis, die unter anderem für ihren 2013 aufgelegten Fonds „Finaltis EfficientBeta Euro“ bekannt ist, der mittlerweile auch in Deutschland eine Vertriebszulassung hat. „Unser sehr innovativer Finaltis EfficientBeta-Minimum-Varianz-Ansatz hat nach drei Jahren für sein sehr gutes Rendite-Risiko-Profil erstklassige Auszeichnungen erhalten“, betont der für den internationalen Vertrieb bei Finaltis zuständige Mark Grobien mit Verweis auf die Minimum-Varianz-Strategie, die auf einer proprietären Methode der Schätzung von Volatilität und Korrelation unter Verwendung der bedingten Wahrscheinlichkeiten nach Bayes aufsetzt.


Hochkonjunktur herrscht weiterhin beim Immobilienspezialisten GPEP, der laut Geschäftsführer Jochen Friedrich von einem „hervorragenden Netzwerk und Marktzugang, auch zu Off-Market-Portfolios profitierte. Das macht bestehende Kunden zu ,Wiederholungsinvestoren‘ und damit langfristigen, kontinuierlich interessierten Partnern. Dieser Trend setzt sich auch 2017 fort.“
ansa capital management erhöhte seine Assets von 47 auf 213 Millionen Euro und stieg damit in den vierten Cluster auf. Die von Ex-Quoniam-CEO Andreas Sauer gegründete Investmentboutique verfolgt etwa mit dem Multi-Asset-Fonds „ansa – global Q opportunities“ einen makrosensitiven Investmentansatz, der seit Auflage rund sechs Prozent jährlich erzielte.

Die AUM-Liste finden Sie im Anhang.


Anhang:

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