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Aktueller Weltwirtschaftsausblick

Sowohl die globalen als auch die europäischen Konjunkturaussichten haben sich seit Ende des letzten Jahres aufgehellt. Welche Auswirkungen dies auf die Finanzmärkte hat und was Anleger jetzt besonders beachten sollten erfahren Sie hier.

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4/2016 | Produkte & Strategien
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Kein bisschen müde

­TOP. Seit zehn Jahren lässt der auf tragfähige Dividendenaktien setzende First Private Euro ­Dividenden STAUFER die gängigen Euro-Stoxx-Benchmarks alt aussehen.

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Die Fokussierung des Fonds auf Euroland ist eine sinnvolle Strategie. Die Dividendenrendite im Euro Stoxx 50 liegt mit etwas über vier Prozent pro Jahr deutlich höher als in anderen Regionen der Welt.

Kontinuierlich gute, unaufgeregte Arbeit macht sich im Fondsmanagement früher oder später bezahlt. First-Private-Gründer und CEO Tobias Klein managt den nach einem diversifizierten, ertragsorientierten Qualitätsansatz verwalteten europäischen Aktienfonds seit dessen Gründung am 23. 11. 1997 und damit seit nunmehr ziemlich genau 19 Jahren. Eine im Verhältnis zum Unternehmensgewinn niedrige Börsenbewertung und hohe Dividendenrenditen bilden die Basis des Fondskonzepts. Seit Ende November 2011 ist neben Klein Sebastian Müller als Co-Fondsmanager des First Private Euro Dividenden Staufer tätig. Müller ist seit 2005 bei First Private und hat an der Weiterentwicklung der Dividendenstrategie mitgearbeitet. Inzwischen trägt er die Mitverantwortung für rund 550 Millionen Euro an Assets under Management. Um dem gestiegenen institutionellen Interesse Rechnung zu tragen, hat man am 16. 2. 2009 eine institutionelle Tranche des First Private Euro Dividenden Staufer aufgelegt, ihre Bezeichnung lautet „B“. In diesem Vehikel sind Großanleger ab 500.000 Euro Minimuminvestment dabei. Während die jährliche Managementgebühr bei der A-Tranche 1,50 Prozent beträgt, fällt sie bei der B-Tranche um 70 Basispunkte geringer aus. In beiden Fällen wird aber eine Outperformance Fee von 15 Prozent in Rechnung gestellt.


Trotz guter Managementleistung benötigte das Investmenthaus viele Jahre, um mit dem Fonds im September 2014 erstmals die wichtige 100-Millionen-Euro-Schwelle zu überschreiten. Danach ging es dafür umso schneller; innerhalb von 15 Monaten wurde die 200-Millionen-Hürde genommen. Per Ende Oktober 2016 ist der Staufer-Fonds nun fast 230 Millionen Euro schwer. Seine Benchmark ist der Euro Stoxx 50 TR Index, allerdings agiert das Fondsmanagement unabhängig von diesem Vergleichsmaßstab.


Investmentprozess
Am Anfang steht das quantitative Screening des Euroland-Aktienuniversums, das in seiner Gesamtheit etwa 2.500 Titel umfasst. Mittels Liquiditätsfilters werden alle Aktien mit weniger als 200 Millionen Euro Marktkapitalisierung ausgeschlossen, wo­rauf 1.000 Titel verbleiben. In einem zweiten Durchgang werden nun jene eliminiert, die basierend auf realistischen Volumensdaten eine bestimmte Worst-Case-Handelsliquidität nicht erfüllen können. Somit halbiert sich das Zieluniversum auf 500 Aktien, die nun einem Alpha-Screening unterzogen werden. In dessen Fokus steht die Shareholder-Return-Strategie, die nicht nur auf Dividenden und deren Nachhaltigkeit und damit Stetigkeit abzielt, sprich dass ­Dividenden auch im operativen Gewinn ihre volle Deckung finden und nicht etwa aus der Substanz bezahlt werden.

Denn ein weiteres Element des Screening-Prozesses sind auch die in Europa immer wichtiger werdenden Aktienrückkäufe, die ihren Teil zur Gesamtrendite des Aktieninvestors via Verringerung des Aktienangebots und damit einhergehenden Gewinnsteigerungen je Aktie beitragen (siehe Grafik „Investmentprozess: Quantitative Selek­tion“). Diese Titel bieten ein systematisches Outperformancepotenzial, das man bei First Private ernten möchte. Den dritten Part bildet die Dividendendynamik. Schließlich sind kontinuier­liche Dividendenerhöhungen, die von Gewinnsteigerungen begleitet sind, ebenfalls ein Qualitätsmerkmal.


Wie die Grafik „Dividendenren­dite und Gewinnentwicklung“ zeigt, gilt es, Value Traps zu vermeiden, also Aktien mit sinkenden Gewinnen, die aber hohe Dividendenrenditen aufweisen. Tatsächlich weist jenes Dezil mit den höchsten Dividenden in Euroland ein geschätztes negatives Gewinnwachstum von zehn Prozent auf, während das andere Extrem jenes Dezil mit der geringsten Dividendenrendite, aber einem geschätzten Gewinnwachstum von etwas mehr als 20 Prozent und damit typische Growth-Titel darstellt. Der Sweet Spot befindet sich in der Mitte der Dezile im Bereich von fünf bis zehn Prozent Gewinnwachstum. Am Ende des mehrstufigen Selektionsprozesses bleiben 30 bis 50 Aktien übrig, die das Modellportfolio bilden. Diese finden dann Eingang in das Fondsportfolio und werden abhängig von Risiko und Liquidität „gleichgewichtet“. Aktien mit höherer Volatilität werden etwa mit leichten Abschlägen berücksichtigt und vice versa. Auf Branchen- und Länder-Level gibt es sehr großzügige Gewichtungsbeschränkungen, die eine Bandbreite von plus/minus 15 Prozent zur Benchmark vorsehen. Nicht qualifizieren können sich daher Aktien der Deutschen Telekom, wo die Dividende von 2006 bis 2011 aus der Substanz ausgeschüttet wurde. An der mangelnden Robustheit der Dividende scheiterte auch die Deutsche Post, deren Dividende 2009 zurückgenommen werden musste, jetzt ist sie aber wieder im Portfolio vertreten. Robust, nachhaltig und wachsend sollte nämlich die Dividendenausstattung sein, damit eine Aktie Gnade vor den Augen von Klein und Müller findet. Am Ende steht dann ein Portfolio, das typischerweise eine höhere Dividendenrendite aufweist als der Euro Stoxx 50, verbunden mit höheren Eigenkapitalrenditen, geringeren Verschuldungsquotienten und Vorteilen beim Kurs-Umsatz- sowie beim Kurs-Gewinn-Verhältnis.


Die laufende Überwachung des Portfolios nimmt ebenfalls viel Raum ein, denn ernsthafte Bedenken in Bezug auf eine Aktie führen zu deren Verkauf. Gründe hierfür können Gerichtsverfahren, Gewinnwarnungen oder eine Veränderung der fundamentalen Situa­tion sein. Was das Rebalancing ­anbelangt, so wird dieses nicht ­mechanisch in einer bestimmten Frequenz durchgeführt. Vielmehr nimmt das Fondsmanagement Chancen gezielt wahr und passt das Portfolio dynamisch, aber auch kostensensibel an. Der Portfolio Turn­over liegt bei 100 Prozent pro Jahr.


Jedenfalls gelang es dem Fondsmanagement, sowohl im Drei- und Fünf- als auch im Zehnjahresbereich per 28. 10. 2016 den Euro Stoxx 50 als eigentliche Benchmark, aber auch den Stoxx Europe 600 sowie den Euro Stoxx Select Dividend 30 auf Net-­Return-Basis schon in der A-Tranche mit Retailkosten zu schlagen, und das größtenteils deutlich. Nur die Einjahresbetrachtung weist einen kleinen Makel auf, liegt der Staufer doch vor dem Euro Stoxx 50 und dem Stoxx Europe 600, aber hin­ter dem Dividend Select 30 Index zurück.
 

Trash-Rally?
Das ist wohl darauf zurückzuführen, dass in der letzten Zeit ein Phänomen Platz greift, dass auch schon 2009 zu beobachten war und am besten als Trash-Rally beschrieben werden kann. In der alternden Hausse wird zunehmend nach Aktien Ausschau gehalten, die den Anstieg nicht entsprechend mitgemacht haben. Dazu kommen Enttäuschungen oftmals überzogener Erwartungen, die dann zumindest temporär zu heftigen Kursrücksetzern auch bei qualitativ hochwertigen Aktien führen.


Diese temporäre Schwäche bereitet Geschäftsführer und Partner Richard Zellmann, Head of Sales bei First Private und damit auch für den institutionellen Vertrieb zuständig, keine großen Sorgen, zumal man ja per Ende Oktober trotz leicht negativer Year-to-date-Performance komfortable drei Prozent vor dem Euro Stoxx 50 und etwa im Einjahresvergleich damit noch immer im ersten Quartil der Bloomberg-Peergroup liegt: „Value-Titel und stabile Dividendenzahler bleiben ein klarer Kauf. Gerade im stark volatilen Marktumfeld seit Jahresbeginn konnte der Fonds wieder seine Stärken zeigen. Gleichzeitig besitzen Euroland-Aktien gemäß unserer ­Datenanalyse noch enormes Aufholpotenzial gegenüber US-Titeln.“ Die Bewertungsabstände der Aktien untereinander befänden sich auf einem histo­rischen Hoch, so Sebastian Müller. Dies sei oftmals im Anschluss an ausgeprägte Schwächephasen ein Zeichen für eine bevorstehende Trendwende bei Value-Aktien gewesen.


Abzuraten ist jedenfalls von passiven Ansätzen bei Verfolgung einer Dividendenstrategie. Schließlich lehrt die jüngere Vergangenheit, dass passive Strategien, die sich auf hohe Dividenden fokussieren, häufig in Schwächephasen des Marktes überdurchschnittlich unter Druck geraten. Die Vorzüge aktiver Dividendenstrategien – etwa die Berücksichtigung von Dividendendynamik und -stabilität sowie von substanziellen Aktienrückkäufen – werden sonst nicht genügend berücksichtigt. Das Shareholder-Return-Konzept, wie es First Private im First Pri­vate Euro Dividenden Staufer umsetzt, scheint überzeugend und liefert auch in den letzten Jahren, als Growth deutlich besser als Value lief, sehr überzeugende Resultate.


Euroland im Fokus
Die Fokussierung auf Euroland ist insofern sinnvoll, als die Region per se für ­aktive Dividendenstrategien prädestiniert ­scheint. Die Dividendenrendite im Euro Stoxx 50 liegt nämlich mit etwas über vier Prozent pro Jahr deutlich höher als in anderen Regionen der Welt. Bemerkenswert ist zudem, dass die Anzahl der Titel mit einer Dividendenrendite von über drei Prozent vor allem im Eurobereich sehr hoch ausfällt, weswegen aktive Fondsmanager wie First Private aus einem vergleichsweise großen Pool an potenziellen Aktienkandidaten für ihren Fonds schöpfen können. Institutionelle Investoren sollten auch nicht auf das ­antizyklische Moment einer nachhaltigen Euroland-Dividendenstrategie vergessen. Immerhin befindet sich die relative Performance von Euroland-Aktien beispielsweise gegenüber Titeln aus den USA auf einem historischen Tiefpunkt.


Der First Private Euro Dividenden Staufer hat seinen Sweet Spot überwiegend im Bereich von Unternehmen mit einer mittleren Dividendenrendite gefunden und fühlt sich dort wohl wie ein Fisch im Wasser. Im Fünfjahresvergleich ist man besser als 95 Prozent aller Euroland-Fonds und mit 30 bis 50 Aktien auch ausreichend diversifiziert aufgestellt. Der Fonds ist nun um die 250 Millionen Euro schwer und eignet sich damit dank einer institutionellen Anteilsklasse für ein ­Investment von Großanlegern, wobei die Kapazität der Strategie noch lange nicht ­erschöpft ist.  


Anhang:

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