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Die neue Normalisierung

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Seit 2009 haben die Zentralbanken ihre Bilanzen auf beispiellose Art aufgebläht. Angesichts des weltweit verbesserten Wirtschaftsumfelds hat die Notwendigkeit einer „Normalisierung“ – Anhebung der Zinsen und Reduzierung der Bilanzen – zu einer vierten Welle des Tapering geführt.

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1/2017 | Produkte & Strategien
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Gelandet wird immer

Ein neuer Infrastrukturfonds der österreichischen Fondsgesellschaft C-Quadrat bietet Großanlegern die Möglichkeit, in ein spezielles Flughafensegment zu investieren.

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Vor den weltweit rund 2.500 Flughäfen sind heute nur rund 15 Prozent privatisiert. In Anbetracht des Trends zur Privatisierung von Flughäfen eröffnet sich langfristig agierenden ­Anlegern in den kommenden Jahren eine Vielzahl von Investitionschancen. Ein neuer C-Quadrat-Fonds nimmt das aussichtsreiche Segment „Boutique-Flughäfen“ ins Visier.

Flughäfen sind das wohl unauffälligste Glied in der „Nahrungskette“ des Flugverkehrs. Sie tauchen nur dann in den Schlagzeilen auf, wenn sie „stillstehen“ – sei es wegen eines Streiks, eines technischen Gebrechens oder einer Naturkatastrophe. In der Regel ist das aber nicht der Fall. Und da das Wachstum der zivilen Luftfahrt allen Prognosen zufolge weiter anhalten wird, sind Flughäfen auch aus der Sicht langfristig agierender Anleger ein interessantes Thema. Nun zeigt ein Blick auf die Kursentwicklung der börsennotierten Flughafengesellschaften, dass auch in diesem Bereich kein „Free Lunch“ winkt. Wer etwa Anfang 2007 Fraport-Aktien gekauft hat, blickt – sieht man von der Dividende ab – auf zehn ertraglose Jahre zurück. Hinzu kommen bei großen Flughäfen die wachsenden Probleme mit dem weiteren Ausbau. Da sie stets in der Nähe von Ballungsräumen liegen, gehen jedem Expansionsschritt langwierige Verhandlungen mit Behörden, Umweltschützern und Anrainern voran – durchaus auch mit dem Ergebnis, dass ein Ausbau nicht möglich ist.


Nicht zuletzt aus diesem Grund konzentriert sich ein neues Projekt der österreichischen Fondsgesellschaft C-Quadrat auf ein ganz anderes Marktsegment. Mit dem „Airport Opportunities“ will sie weltweit in kleine und mittelgroße Flughäfen mit überdurchschnittlichem Entwicklungspotenzial investieren. Möglich ist dies dann, wenn es zu Privatisierungen kommt, was wesentlich häufiger passiert, als man vermuten würde. Aktuell sind von weltweit 3.000 Flughäfen bisher nur 15 Prozent nicht im Staatsbesitz. Da insgesamt der Trend in Richtung Privatisierung von Infrastruktur geht, eröffnen sich hier nach Ansicht von C-Quadrat Chancen.


Allerdings ist die Entwicklung ­eines mittelgroßen Flughafens kein Terrain für Hinz und Kunz. Ohne entsprechendes Know-how überwiegen die Risiken. Das beginnt bei der Einschätzung des grundsätzlichen Potenzials und damit mit der Bewertung, wie viel man maximal bieten kann, bis hin zum Um- und Ausbau eines Flughafens inklusive der Peripherie, die von Büros über Parkgaragen bis zu Hotels reicht. Die Wiener haben dafür einen Joint-Ven­ture-Partner gefunden. Für das Produkt verantwortlich ist das rund 20 Personen starke Team der Airport Capital Ventures GmbH.


25 Jahre Erfahrung
Diese besteht aus zwei spezialisierten Beratungsunternehmen für Flughäfen: Airport Consulting Vienna (ACV) ist der Spezialist für Strategie, Marketing und Betrieb, und Airport Design Management ist der technische Planungsspezialist. Airport Consulting Vienna beschäftigt sich seit mehr als 25 Jahren mit diesem Spezialsegment „Boutique-Flughäfen“ und ging aus einer früheren Tochter der Flughafen Wien AG hervor.


In den letzten zwei Jahrzehnten war das Team laut Firmengründer Johann Frank in rund 600 Projekte – davon mehr als 100 Flughafenprivatisierungen – involviert. Frank sieht eine Stärke seines Hauses darin, dass es sowohl kommerzielle als auch technische Aspekte von Flughafenprojekten ­berücksichtigen kann. Dieses Know-how werde seine Gesellschaft bei den realisierten Projekten auch konsequent einbringen. Und davon sollen im Rahmen des Joint Ventures mit der Wiener Fondsgesellschaft auch die institutionellen Anleger, die in den neuen Flughafenfonds einsteigen, profitieren.  


Ins Auge gefasst werden Flughäfen, die im Jahr rund fünf Millionen Passagiere abfertigen. Es handelt sich hier um Flughäfen aus der zweiten und dritten Reihe. Zur Orientierung: Die 50 größten Airports der Welt zählen jährlich zwischen 100 Millionen (Atlanta/Georgia) und 37 Millionen (Doha/Katar) Fluggäste – Frankfurt lag 2016 mit rund 60 Millionen Passagieren auf Rang 13. Die Flughäfen, in die der Infrastrukturfonds von C-Quadrat investieren soll, spielen in der Liga von Triest, Ljubljana, Belgrad, Frankfurt Hahn etc. Frank betont, dass diese Größenordnung, sofern man sie günstig kaufen könne, im Idealfall das günstige Ertragspotenzial aufweise. Große, voll ausgelastete Flughäfen seien beim Kauf wesentlich teurer und weisen danach auch deutlich geringere Entwicklungsmöglichkeiten auf.


Überschaubare Risiken
Kommt es bei einem der Flughäfen dieser Größenordnung zu einer Privatisierung, bietet der Fonds mit, sofern sein Potenzial als ausreichend günstig eingestuft wird. ­Ausgehend von etwa 2,5 Millionen soll die Passagierzahl dann in der Folge in Richtung zehn Millionen Personen pro Jahr ausgebaut werden. Erfolgsentscheidend ist dabei natürlich, dass das Potenzial einer Destination richtig eingeschätzt wird. Genau hier liegt wohl auch das größte Risiko in jedem Einzelfall. Bleibt die Entwicklung hinter den Erwartungen zurück, werden die anvisierten Renditen nicht erwirtschaftet – allerdings bleibt die Gefahr überschaubar, denn wertlos kann ein Flughafen ja nicht werden, ­sofern es nicht zu extremen politischen ­Veränderungen in einem Land kommt. Aus diesem Grund gibt es auch eine schwarze Liste mit Staaten, in die auf keinen Fall ­investiert wird. Darunter findet man vor allem afrikanische und asiatische Länder, in denen heute zum Teil Bürgerkrieg beziehungsweise bürgerkriegsartige Verhältnisse herrschen (Jemen, Irak etc.). Chancen sieht man hingegen in Staaten mit hoher Bevölkerungsdichte und großer geografischer Ausdehnung wie Indonesien, den Philippinen oder Brasilien, aber auch in den USA, wo der Privatisierungsgrad vergleichsweise gering ist. Aktuell schätzen die Airport-Consulting-Vienna-Experten die Zahl an inter­essanten Projekten für die kommenden drei bis fünf Jahre mit etwa 300 ein. Das Unternehmen verfügt über eigene Modelle, um das jeweilige Potenzial richtig einschätzen zu können. Frank dazu: „Immer wieder werden von der Luftfahrtbranche Veränderungen bei Tourismusströmen zu wenig berücksichtigt. Wer hier aufmerksam ist, kann Trends frühzeitig nutzen.“


Um dann ein Projekt entwickeln zu können, so Frank, muss man den Zuschlag erhalten. Auch hier kommt wieder die langjährige Erfahrung des Teams um Frank zum Tragen, denn ein Gebot darf weder zu tief noch zu hoch sein. Ein weiterer wesentlicher Erfolgsfaktor sei die globale Diversifikation des Portfolios, auf die von Anfang an geachtet werde. Die Störfaktoren, die man in den letzten Jahren beobachten konnte, waren in aller Regel geografisch eingegrenzt – die Bandbreite reicht hier von Terroranschlägen über Epidemien bis hin zu Naturkatastrophen. Solche Ereignisse bleiben für betroffene Flughäfen nicht ohne Folgen, ein breit gestreutes Portfolio federe sie aber ab.


Die geplante Vorgangsweise sieht so aus: Aktuell wird mit Anlegern verhandelt, die zumindest zehn Millionen Euro investieren wollen. In dieser ersten Runde hofft man, rund 300 Millionen Euro zu akquirieren, um mit drei Flughäfen loslegen zu können, wobei auf Fremdkapital in dieser Phase verzichtet wird. Mit dem Startkapital sollen zwei Flughafenprojekte im Jahr in Angriff genommen werden. Pro Einzelprojekt werden 70 bis 150 Millionen Euro veranschlagt, wobei der durchschnittliche Kaufpreis im Bereich von 50 bis 100 Millionen Euro liegen sollte. Sobald das Portfolio eine Größe von drei bis sechs Flughäfen hat, soll eine erste Erweiterungsrunde stattfinden, in der die Erstinvestoren auch eine Ausstiegsoption erhalten. Erreicht das Projekt eine Größenordnung von zehn bis 15 Flughäfen, wird ein Börsengang ins Auge gefasst. Auf der Kostenseite summiert sich eine Set-up Fee in Höhe von einem Prozent des Kapitals zu einer jährlichen Verwaltungsgebühr in Höhe von 2,2 Prozent. Kommt es zu ­Verkäufen, werden 15 Prozent der Wert­steigerung als Performance Fee fällig. Auf der Ertragsseite stellt C-Quadrat je nach Ausstiegsstrategie des Investors Internal ­Rates of Return zwischen 12,5 (kein Ausstieg) und 14,2 Prozent (Totalausstieg) in Aussicht. Mit Dividenden dürfe ab dem vierten Jahr gerechnet werden.    


Anhang:

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