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Institutional Money Kongress 2014

25. und 26. Februar 2014
Congress Center, Frankfurt
Ludwig-Erhard-Anlage 1

Kongress-News

INSTITUTIONAL MONEY KONGRESS 2014


Die Herausforderungen steigen


Institutionelle Investoren befinden sich in schwerem Gewässer. Das Umfeld historisch niedriger Zinsen bleibt trotz Beginn des Taperings in den USA wohl noch einige Zeit erhalten, wobei das Risiko steigender Zinsen am langen Ende nicht von der Hand zu weisen ist.

Das war der Kongress 2014

Die Zinsseite, wo Risiken die Chancen um ein Mehrfaches überwiegen, bereiten institutionellen Investoren Kopfzerbrechen, wie auch der mittlerweile siebente Institutional Money Kongress Ende Februar 2014 in Frankfurt zum Ausdruck brachte. Viele Workshops befassten sich mit der Rentenseite. Manche suchen ihr Heil in mehr Freiheitsgraden und gehen in Richtung "Global Bonds" und etwas schwächeren Bonitäten, andere erachten die Europeripherie trotz eines eingelaufenen Zinsniveaus von 3,5 Prozent für zehnjährige spanische und italienische Staatsanleihen für interessant. Auch Emerging Market Bonds erschienen so manchen auf dem aktuellen Niveau interessant, aber beileibe nicht allen. Eine Anzahl von Anbietern wie Investoren glaubt, dass wir den Boden hier nich nicht gesehen haben.

Ein weiteres großes Thema am Kongress waren potentielle Rentensurrogate, seien es Immobilien, CAT-Bonds oder Infrastruktur-Kredite. Zwei Tage lang diskutierten und analysierten namhafte Experten die Situation in all ihren Facetten. Gut 700 Investoren aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Liechtenstein, Luxemburg gaben sich ein Stell-Dich-Ein, analysierten, diskutierten, erwogen und verwarfen Investment-Ideen.

Positiver Grundtenor

Aus vielen Einzelgesprächen konnte man heraushören, dass der Grundtenor im sechsten Jahr nach der Krise ein positiver war, doch war nicht zu überhören, dass viele Marktteilnehmer angesichts einer bereits sehr weit fortgeschrittenen Aktienhausse Zweifel über deren Nachhaltigkeit äußerten. Vielerorts war zu vernehmen, dass die Aktienkurse den Unternehmensgewinnen vorausgelaufen seien, sodass es nun an der Zeit wäre, dass die Gesellschaften mit Gewinnsteigerungen die Kursgewinne rechtfertigten. Die Politik des billigen Geldes in allen westlichen Industriestaaten scheint vieles zuzudecken.

Die nicht mehr billige Aktienseite waren Gegenstand vieler Vorträge, Gruppengespräche und Diskussionen. "Smart Beta" lautete das Zauberwort, unter dem jeder etwas anderes versteht, das aber Abhilfe schaffen soll, um nicht in einen marktkapitalisierungsgewichteten Index und damit in die "Gewinner von Gestern" investieren zu müssen. Faktor-Exposure erscheint in der Tat reizvoll, nur müsse man sich der inhärenten Risiken und Biases bewusst sein, die damit einhergehen. Intelligente Optimierungen unterschiedlicher Faktor-Exposures können hier vielleicht den Königsweg darstellen.

Die Vorträge der Starreferenten sorgten mit ihren Einsichten, Thesen und Perspektiven für reichlich Gesprächsstoff unter den Teilnehmern.

EZB agiert als "Lender of Last Resort"

Jürgen Stark
Professor Jürgen Stark

Auch wenn an der Euro-Front Ruhe herrscht, so tun sich hier durchaus Verwerfungen auf, auf die Professor Jürgen Stark den Finger in seinem heftig akklamierten Eröffnungsvortrag legte. Zwar sei die EZB-Politik erfolgreich gewesen und die Spreads der Peripherie-Länder nach Draghis Äußerung vom Sommer 2012eingelaufen, aber die EZB sei dadurch zum politischen Spieler geworden. Sie habe ihre Unabhängigkeit ein Stück weit verloren, sei über ihr Mandat hinausgegangen und agiere als "Lender of Last Resort" für Staaten.

Licht und Schatten in China

Michael Spence
Wirtschaftsnobelpreisträger Michael Spence

Wirtschaftsnobelpreisträger Michael Spence analysierte volkswirtschaftliche Kennziffern wie Lohnstückkosten oder internationale Handelsströme. Er empfahl, wie sowohl Industrie-, als auch Entwicklungsländer, stärkere Wachstumsraten erreichen könnten. Mit Freude hörten die anwesenden institutionellen Zuhörer, dass Spence einem Platzen der Blase im chinesischen Schattenbankensystem wenig Gefahrenpotenzial einräume. Gefährlicher seien jedoch für China auf mittlere und längere Sicht Strukturprobleme, die unbedingt gelöst werden müssten.

Plädoyer für solidarisches Europa

Giorgos Papandreou
Ex-Ministerpräsident von Griechenland, Giorgos Papandreou

Giorgos Papandreou, Ex-Ministerpräsident von Griechenland, gewährte Einblicke in die wohl schwierigsten Zeiten der europäischen Währungsunion aus griechischer Sicht. Als "Kriseninsider" kritisierte er die mangelnde Geduld der Troika, auf die Ergebnisse seiner bereits bei Amtsantritt in die Wege geleiteten Strukturreformen zuwarten. Der Grieche plädierte für mehr Solidarität, eine humanere Globalisierung und dass Europa mittels eines neuen Marshallplans in grüne Technologien investieren sollte, um der von Arbeitslosigkeit geplagten Jugend Jobs und damit eine lebenswerte Zukunft zu ermöglichen.

Einfachere Lösungen sind gefragt

Lars Peter Hansen
Wirtschaftsnobelpreisträger Lars Peter Hansen

Wirtschaftsnobelpreisträger Lars Peter Hansen forderte in seinem Vortrag, nicht das Kind mit dem Bad auszuschütten: Nur weil die ökonometrischen Modelle bei der Vorhersage der systemischen Krise 2008 versagt hätten, sollte man diese nicht verwerfen, sondern konsequent an deren Weiterentwicklung arbeiten. Dabei sei nicht gesagt, dass zur Bewältigung komplexer wirtschaftlicher Probleme automatisch mit noch komplexeren Modellen nach Antworten gesucht werden solle, sondern es gelte, einfachere Lösungen zu finden.

Abrechnung mit Politik

Zur Abrechnung mit Politik und Regulatoren sowohl auf europäischer und nationaler Ebene entwickelte sich die Podiumsdiskussion zum Thema betriebliche Altersvorsoge (bAV). Unter der Moderation des Geschäftsführers der Metallrente und aba-Vorsitzenden Heribert Karch diskutierten Sahra Wagenknecht, stellvertretende Parteivorsitzende der Linken und wirtschaftspolitische Sprecherin ihrer Fraktion, Christian Böhm, Vorstandsvorsitzender der österreichischen APK Pensionskasse, Rudolf Hickel, emeritierter Professor an der Uni Bremen und Hans Dieter Ohlrogge, Vorstandsvorsitzender der IBM Deutschland Pensionsfonds AG sowie der IBM Pensionskasse VVaG gegen Ende des zweiten Kongresstages.

Podiumsdiskussion zum Thema betriebliche Altersvorsoge
Podiumsdiskussion mit Mag. Christian Böhm, Hans Dieter Ohlrogge, Heribert Karch, Sahra Wagenknecht und Prof. Dr. Rudolf Hickel (von links nach rechts)

Stimmungsvoller Galaabend

Der bereits traditionelle Galaabend in der Alten Oper zählte auch in diesem Jahr zu den Höhepunkten des Kongresses. Nach der Dinner Speech von Thomas Richter, Hauptgeschäftsführer des BVI Bundesverband Investment und Asset Management e. V., wurden die Gäste mit kulinarischen Highlights, Show-Acts und einem Open End bei klassischer Barmusik und dem einen oder anderen Drink verwöhnt.

Stimmungsvoller Galaabend

Durchwegs positive Reaktionen

Der mittlerweile siebente Institutional Money Kongress Ende Februar 2014 in Frankfurt bewies auf ein Neues, dass er als Fachveranstaltung DER Branchentreff für institutionelle Investoren im deutschsprachigen Sprachraum ist. Der ausschließlich institutionellen Investoren vorbehaltene Kongress sorgte sowohl bei Besuchern als auch bei Sponsoren rundum für Zufriedenheit, wie uns die vielen positiven Reaktionen im Nachgang der Veranstaltung bestätigten. So zählt diese exklusive Veranstaltung für alle befragten Besucher bereits jetzt zum fixen Programmpunkt für 2015.

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