Ausgabe 2/2010
FLOP: Danske Invest Nordic Fund - Kurzatmig
Skandinavische Aktien sind an sich ein interessantes Teiluniversum. Dass man trotz lokaler Kenntnisse langfristig dem Markt hinterherhecheln kann, beweist der Danske Invest Nordic Fund immer wieder aufs Neue.
Wenn ein Fonds ins zwanzigste Jahr geht, sollte man meinen, dass er Qualität bietet, denn ansonsten wäre er wohl schon längst ausgemustert worden. Was für das Gros der Fonds Gültigkeit besitzt, gilt eben nicht für den Danske Invest Nordic Fund (ISIN: LU0012195888, Management Fee 1,5 Prozent per annum, Volumen 19,4 Millionen Euro). Drei Namenswechsel hat er sich in seinem langen, erfolglosen Leben bereits gefallen lassen müssen, aus dem Danske Fund Nordic Equity wurde der Firstnordic Fund 2000, 2005 hieß er Danske Fund- Nordic, ehe mit 15. 11. 2008 die heutige Fondsbezeichnung gewählt wurde. Dabei ist sein Universum „Aktien Skandinavien“ durchaus ein interessantes, gelten die Unternehmen im hohen Norden doch als konkurrenzfähig, exportorientiert und sehr kompetitiv. Auch das Aufwertungspotenzial der „Rohstoffwährung“ norwegische Krone rundet in Zeiten des schwachen Euro das positive Bild ab.
Wenig ambitioniert
Der Fonds misst sich an einer tiefgelegten Latte, nämlich dem FTSE Norex 30 Index, unter Ausschluss der Dividenden. Da wird auch schon einmal aus einer Under- eine Outperformance (siehe Tabelle). Der Index umfasst die gelisteten Topunternehmen der vier großen Staaten ohne Island, wird halbjährlich im April und Oktober angepasst, und das maximale Gewicht eines Titels liegt bei zehn Prozent, was sich auch in den Fondsbestimmungen widerspiegelt.
Ein schlechter ETF …
Der Langfristvergleich über exakt neun Jahre (siehe Chart) zeigt, dass man nach Kosten um 2,31 Prozent pro Jahr hinter der Benchmark inklusive Dividenden zurückbleibt. Dies vergleicht sich mit einer Total Expense Ratio von 1,75 Prozent laut Morningstar, das Researchhaus vergibt gerade noch einen Stern für die Leistung. Von Alphaqualitäten ist hier nichts zu bemerken. Der Fonds wird laut Morningstar und der deutschen Danske-Invest-Homepage seit 1. 4. 2007 von Max Jul Pedersen gemanagt. Gemäß Bloomberg ist allerdings Henrik Knudsen für den Fonds verantwortlich, und laut englischer Danske-Invest-Darstellung ist Erik Holmqvist Fondsmanager. Hier sollte man sich auf einen Namen einigen können …
Freiheit nicht genutzt
Der Anteil an Portfolioanlagen in einem Land entspricht dem Anteil des betreffenden Landes an der Benchmark, wobei allerdings Abweichungen zur Alphagenerierung von bis zu zehn Prozent in beide Richtungen gestattet sind. Die Summe aller Positionen über fünf Prozent Gewicht darf 40 Prozent nicht übersteigen. Damit sollte es keine Probleme bei einer Indexreplikation geben. Es werden auch einige Off-Benchmark-Positionen gehalten, beinhaltet das konzentrierte Portfolio doch vier Titel mehr als der Index. Das Management scheint nicht sehr indexnah zu sein, beträgt der Tracking Error auf Dreijahresbasis doch 4,9 Prozent. Der Ansatz ist grundsätzlich ein proprietärer Bottom-up-Stockpicking-Prozess, der allerdings nicht auf der Höhe des Ehrgeizes ist. Man darf also gespannt sein, ob der Danske Invest Nordic seinen 20. Geburtstag am 19. Dezember noch erleben wird. Ein objektiver Grund dafür ist nicht auszumachen.


