Ausgabe 2/2010
RCM Investorenlunch: Risikoloser Zinssatz kein Bezugspunkt
Raiffeisen Capital Management (RCM) lud zum „Investorenlunch“: Im Mittelpunkt standen die neuen Herausforderungen in der Risikosteuerung institutioneller Portefeuilles. In einem der Vorträge wies Univ.-Prof. Dr. Stefan Pichler von der Wirtschaftsuniversität Wien darauf hin, dass es die den gängigen Risikomodellen zugrundeliegenden Annahmen wie etwa einen risikolosen Zins, voneinander unabhängige Ereignisse, die von exogenen Zufallsgrößen abhängen, in der realen Welt nicht gibt. Dies gilt auch für die aus den Naturwissenschaften kommende Methode, mithilfe der Wahrscheinlichkeitsrechnung von der Gegenwart auf die Zukunft unter Zuhilfenahme von Volatilitäten, Korrelationsmatrizen und Default Rates zu schließen.
Auch das Staatsanleihenausfallsrisiko trete zunehmend ins Bewusstsein. Prof. Pichler: „Was den risikolosen Zins anbelangt, so gibt es keinen absoluten Bezugspunkt mehr.“ Auch Wirtschaftsprüfer sind in einem Dilemma, ist doch nicht prima vista klar, welche Zinskurve man zu Bewertungszwecken heranziehen soll. Prof. Pichlers Credo: Das Risikomanagement braucht neue Waffen. Auch spieltheoretische Überlegungen müssten in ein Modell der Zukunft wohl einfließen. Diese neuen Modelle müssten Anreizsysteme mit einbeziehen, und die Regelgläubigkeit sollte genauso auf den Prüfstand.
Info: www.rcm.at

