Vortrag: 18. Februar 2008
Saal Illusion: 17:30 – 18:30
»Hedgefonds-Replikation und synthetische Fonds«
Harry M. Kat wird in seinem Vortrag als Starreferent des Institutional Money Kongress über die eigentliche Motivation sprechen, die hinter dem Thema Replikation von Hedgefonds steckt. Dabei will der Professor für Risk Management unter anderem darlegen, warum eine strikte Hedgefonds-Replikation nichts weiter als eine Illusion ist. Anhand von praktischen Beispielen will Kat dabei ausführlich auf Missstände und Nachteile bei am Markt vorhandenen Produkten eingehen, um schließlich auf alternative Möglichkeiten maßgeschneiderten „Diversifizierens“ anhand des von ihm mit entwickelten Systems „FundCreator“ einzugehen

Harry M. Kat

Unbequemer Kritiker

Vielen Branchenkennern gilt Harry M. Kat, Professor für Risk Management an der Sir John Cass School of Business in London, als das „Enfant terrible“ der Hedgefondsindustrie. Der Niederländer legt den Finger an den Stellen in die Wunden der Finanzindustrie, an denen es besonders weh tut.

Harry M. Kat

Wenn Harry M. Kat seine Sicht der Hedgefondsbranche darlegt, dann redet er nicht um den heißen Brei herum. In seinen Vorträgen zu Hedgefonds scheut er sich keineswegs, streitbare Thesen aufzustellen, die oft genug in Aussagen münden wie: „Hedgefonds sind nicht das Wundermittel, für das manche Investoren sie halten oder als das man sie ihnen gern verkauft.“ Entsprechende Arbeitspapiere über Hedgefonds versieht Kat auch gern mit provokanten Überschriften wie „Hedge Fund Returns: You Can Make Them Yourself!“. Im Zusammenhang mit dem Thema Hedgefonds-Replikation geht Kat sogar so weit zu behaupten: „Die gesamte Alternative-Beta-Geschichte ist eigentlich nichts anderes als eine große Marketing-Story.“ Kein Wunder, dass ihm seine ihm eigene Art, Fehlentwicklungen in der Branche knallhart anzusprechen, bei vielen Brancheninsidern den Ruf eines „Enfant terrible“ eingebracht hat.

Harry Kat selbst hat mit seinem Image kein Problem. „Manche Leute haben die Vorstellung, wir würden uns alle bekämpfen in dieser Branche“, sagte er in einem Interview mit Institutional Money (Ausgabe 1/2007). „Aber so ist es gar nicht, wir machen alle nur unseren Job.“ Dass der gebürtige Niederländer seinen eigenen Job durchaus ernst nimmt, zeigt die Tatsache, dass er als regelrechter Vielschreiber gilt und ein begehrter Autor für viele finanzwissenschaftliche Journale ist. Kat leitet zudem neben seinem Lehrauftrag an der Sir John Cass Business School das dort ansässige Alternative Investment Research Centre als dessen Director.

Praxisnahe Erfahrung

Seine akademische Laufbahn begann Kat 1993 als Adjunct Professor of Finance am Financial Management Department der Universität von Amsterdam. Aber schon ein Jahr später kehrte er der Akademie für fünf Jahre den Rücken, um in verschiedenen Positionen der Finanzindustrie seine eigenen Erfahrungen in der Praxis zu machen. Der Niederländer war unter anderem als Head of Equity Derivatives Europe für die Bank of America in London aktiv, ging später als Head of Derivatives Structuring and Marketing zu First Chicago nach Tokio, um schließlich den Bereich Derivatives Research bei MeesPierson in Amsterdam zu leiten. Vor rund sieben Jahren kehrte Kat dann wieder in den universitären Betrieb nach Großbritannien zurück, wo er bis heute als Professor für Risk Management arbeitet.

Doch die praktischen Fragen lassen ihn nach wie vor nicht los, weshalb er gemeinsam mit einem Wissenschaftskollegen der Sir John Cass Business School das Unternehmen FundCreator (www.fundcreator.com) gegründet hat. Darüber bieten die beiden ein Risikokontrollsystem für den institutionellen Investor an mit der Möglichkeit, sich seinen „eigenen“ Hedgefonds vom System designen zu lassen. Durch entsprechende Praxisnähe dürfte Kat auch bei seinem Vortrag beim Institutional Money Kongress überzeugen, den er unter das Thema „Hedge Fund Replication and Synthetic Funds“ gestellt hat.

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