Vortrag: 23. Februar 2010
Saal Harmonie: 14:25 – 15:15
»Intelligente Regeln«
Eric Maskin wird in seinem Vortrag aufzeigen, dass die aktuelle Krise nicht primär durch irrationales Handeln, Gier oder Panik verursacht wurde. Vielmehr war aus seiner Sicht ein Konflikt zwischen den Zielen der Gesellschaft und jenen von Banken und Finanzwelt der eigentliche Auslöser – vor allem weil Letztere dazu tendieren, zu viel Risiko zu nehmen. Deshalb plädiert er für intelligentere Regeln.
Als Eric Maskin, Professor am Institute for Advanced Study in Princeton, im Jahr 2007 gemeinsam mit zwei anderen Wissenschaftskollegen den Nobelpreis für Wirtschaft erhielt, konnten viele mit seinem Thema, dem sogenannten „Mechanism Design“, nicht viel anfangen. Und das, obwohl man dem Prinzip keineswegs selten begegnet. Bei der auf bestimmte Ziele hin gerichteten Privatisierung von ehemals rein staatlichen Aufgaben bedient man sich der Erkenntnisse dieses Teils der Spieltheorie ebenso wie bei der Versteigerung von UMTS-Lizenzen an Unternehmen der Mobilfunkbranche. Die Theorie des Mechanism Design beschäftigt sich mit Regelwerken und Anreizen, mit denen sich Abläufe („Multi-Agenten-Spiele“) so steuern lassen, dass ein gewünschtes Gesamtergebnis eintritt, obwohl jeder der involvierten Akteure nur seine eigenen Interessen vertritt. Die Theorie geht davon aus, dass ein Markt keineswegs durch eine „unsichtbare Hand“ dafür sorgt, dass es zu einer optimalen Verteilung oder Allokation von Ressourcen kommt, sondern dass ein unvollkommener Markt vorherrscht. Entsprechend soll mit bestimmten Mechanismen dieser nicht optimal funktionierende Markt verbessert werden. Im Bereich der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften werden die Ergebnisse und Methoden des Mechanism Design angewendet, um zu untersuchen, wie gesetzliche Rahmenbedingungen so verändert werden können, dass ein bestimmtes gewolltes Verhalten gefördert oder ein ungewolltes unterbunden wird.