Vortrag: 24. Februar 2010
Saal Harmonie: 15:25 – 16:15
»Wirksam regulieren«
Willem Buiter ist überzeugt: Eine wirksame Regulierung der Finanzindustrie muss darauf abzielen, hohe Hebel und große Ungleichgewichte bei der Liquidität sowie der Fälligkeit von Bankverbindlichkeiten zu verhindern.
Er hat keine Angst davor, Klartext zu reden. Willem Buiter, Professor an der London School of Economics, sorgt mit seinen ungewöhnlichen Ideen und Vorschlägen regelmäßig für Aufsehen. Buiter gehört zu den Freidenkern der Wissenschaft, zu dessen unorthodoxen Denkansätzen auch Vorschläge wie die Verstaatlichung des gesamten Bankensystems und die Einführung von negativen Zinssätzen als Instrument der Zentralbanken gehören. Im Interview mit Institutional Money (Ausgabe 3/2009) erklärte er zur Ablehnung seines Vorschlags, negative Zinsen als geldpolitisches Steuerungsinstrument einzusetzen: „In den Notenbanken sitzen nur traurige kleine Konservative.“ Die bisherige Regulierung von Banken sowie die Rolle von Ratingagenturen und Wirtschaftsprüfern wird von Buiter scharf kritisiert – auch wenn er zugibt, dass die Finanzwirtschaft ein extrem schwierig zu regulierender Markt ist, der globale Regeln braucht. In seiner aktuellen Form hält er unser Finanzsystem für extrem instabil.