Vortrag: Mittwoch, 25. Februar 2009
Saal Harmonie: 9:30 – 10:30
»Das andauernde Problem mit den Extremen«
„Kurse machen oft größere Sprünge, als die herkömmliche Theorie erklärt“ ist die Kernaussage Mandelbrots. In seinem Vortrag berichtet er über jüngste Forschungsergebnisse.
Mandelbrots Kernaussage: Die Risiken am Kapitalmarkt sind wesentlich größer, als das die am Markt gängigen orthodoxen Modelle nach Sharpe, Black-Scholes oder Merton errechnen. Dem liegt Mandelbrots Erkenntnis zugrunde, dass die Kurse sich nicht – wie die gängigen Theorien unterstellen – gleichmäßig bewegen. Nun könnte man einwenden: Das weiß doch ohnehin jeder, schließlich basieren die Annahmen etwa bei Sharpe auf einer Normalverteilung der Kursbewegungen, sie blenden Ausnahmen geradezu bewusst aus. An diesem Punkt setzt Mandelbrot an und warnt davor, diese Ausnahmen zu vernachlässigen. „Wenn Sie sich anschauen, wie viele Tage in einem Zeitraum von zehn Jahren die Entwicklung Ihres Depots wirklich beeinflussen“, so der Mathematiker gegenüber Institutional Money, „dann stellen Sie fest, dass es nur ganz wenige Tage sind, die für Erfolg oder Rendite und Misserfolg, sprich Ruin, verantwortlich sind.“ Aber wie sollte man als Investor dann eigentlich vorgehen? Diese Frage deckt den zentralen Kritikpunkt auf, der immer wieder an Mandelbrot herangetragen wurde. Und das ist die Tatsache, dass der Wissenschaftler seine Erkenntnisse bisher nicht in eine eingängige Formel bringen konnte.