Vortrag: Donnerstag, 26. Februar 2009
Saal Harmonie: 16:00 – 17:00
»Es kann jederzeit wieder passieren«
Nick Leeson erzählt in seinem Vortrag, wie sich die Dinge von 1993 bis 1995 tatsächlich zugetragen haben. Der frühere Spekulant erklärt, wie es ihm dank des völlig unzureichenden Kontrollsystems seines damaligen Arbeitgebers und unter der Aufsicht einer überforderten Finanzmarktbehörde in Singapur überhaupt möglich gewesen war, derart riskante Spekulationen und die damit verbundenen exorbitanten Verluste so lange zu verheimlichen. Nick Leeson, der nach seinen Verfehlungen eine Haftstrafe verbüßte, arbeitet heute nicht mehr in der Finanzindustrie, glaubt aber aufgrund seiner bestehenden Kontakte zu wissen, dass ähnliche Skandale jederzeit wieder möglich sind. Die Ereignisse bei der Société Générale Ende 2007 geben ihm recht: Erneut waren durch unautorisierte Handelsaktivitäten Milliardenverluste entstanden.

Nick Leeson

825 Millionen Pfund Verlust

Nick Leeson ist nach wie vor der „Rogue Trader“. 1995 platzte seine Spekulationsblase und schickte die Barings Bank in den Ruin. Heute referiert er erfolgreich zum Thema Risikomanagement.

Nick Leeson

Gemessen an den Verlusten, die in den letzten eineinhalb Jahren in vielen großen Finanzhäusern anfielen, weil sich das Risikomanagement zu sehr auf das Urteil führender Ratingagenturen verlassen hatte, nimmt sich der Schaden, den Nick Leeson 1995 verursachte, fast schon bescheiden aus. Auch die 4,9 Milliarden Euro Spekulationsverlust des Société-Générale-Traders Jérôme Kerviel, die erst knapp ein Jahr zurückliegen, waren wesentlich höher als der Schaden, der auf Leesons Konto ging. Trotzdem wird ihn eine Generation als den „Mann, der die Bank der Queen ruinierte“, in Erinnerung behalten. Seine Fehlspekulationen und ihre Folgen lösten 1995 einen der größten Finanzskandale des 20. Jahrhunderts aus. Zwei Jahre lang versuchte er die Verluste durch noch höhere Wetten auszugleichen, um am Ende 825 Millionen Pfund verloren zu haben. Bei der Untersuchung des Falls wurde klar, dass die internen Kontrollmechanismen der Bank versagt hatten. Und wie es aussieht, ist Leesons Story aktueller denn je. Leeson vermarktete seine Erfahrung und ist heute ein gefragter Referent zum Thema Risikomanagement.

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